120814HTBTürkiye Heimfeld- "Wir hätten noch mehr investieren und vorallem unsere Torchancen nutzen müssen." Ingo Brussolo, Trainer vom Harburger Turnerbund, wirkte nach dem Aus in der dritten Runde des Oddsett-Pokals gegen den Landesligisten

 

FC Türkiye ernüchtert. Dabei war seine Mannschaft nicht weit weg, von einer faustdicken Pokal-Sensation,

zwang den vermeintlich stärkeren FCT immerhin in die Verlängerung, musste dann aber schließlich die Segel streichen. Bitter, denn insbesondere in den 90 Minuten zuvor lieferten sich die Teams vor rund 250 Besuchern im Sportpark Jahnhöhe ein Duell auf Augenhöhe.

Nach etwas blutleeren 25 Minuten, legte der HTB den Respekt vor den Mannen von der Landesgrenze ab und konnte erste Annährungsversuche an das Tor von Fathi Özkök verbuchen. Ein Kopfball von Jimmy Boateng, der sich nach einer Ecke seinen Bewachern davon schlich, verfehlte aber genauso das Ziel wie ein Distanzschuss von Andreas Aschendorf.

Ein erstes Anschwellen der Halsschlagader bei Türkiye-Coach Friedhelm Mienert verursachte dagegen eine Szene in der 35. Minute, als Kirill Schneider plötzlich völlig frei im Strafraum auftauchte. Nur mit vereinten Kräften konnte er am Schuss gehindert werden. Es waren die Momente in der Partie, in der Brussolo und seine Jungs merkten: Diesen FC Türkiye können wir heute zum Wackeln bringen.

In der zweiten Halbzeit erspielte sich der "Underdog" von der Jahnhöhe in dem Glauben, die Überraschung schaffen zu können, gute Torchancen. So lief Boateng alleine auf Schlussmann Özkök zu, sein Plan, den Keeper mit einer Finte zu umdribbeln, aber scheiterte kläglich. Brussolo: "Da hat er eine riesen Möglichkeit ausgelassen, da fehlt mir dann aber auch die Körpersprache, dass Tor unbedingt machen zu wollen."

Die fehlende Körpersprache und Abgezockheit vor dem Tor, offenbarte sich besonders in der 60. Minute. Nach einem Ballverlust Türkiyes, schaltet sich der gerade wieder genesene Stürmer Aschendorf ein, seine Hereingabe aber verpasst Boateng nur um Zentimeter. Zwölf Minuten vor Schluss wurde es dann richtig laut auf den Rängen: Nach einer Ecke schraubte sich Abwehrhühne Thomas Rupprecht hoch, sein Kopfball aber fand nicht ins Tor.

Auch wenn Türkiye in den 90 Minuten keinen berauschenden Auftritt hinlegte, in der Verlängerung blitzt die Klasse auf. Ein schöne Offensiv-Kombination endet beim eingewechselten Marcel Peters, der zur Führung 1:0 einschießen konnte.

Ein Rückschlag von dem sich der Traditionsverein nicht mehr erholen sollte, in der Nachspielzeit der Verlängerung folgte das 2:0 für Türkiye. Einen blitzschnellen Konter veredelte Jan Felix Anders, nach 124 gespielten Minuten war das Pokal-Aus für den HTB damit perfekt. Der FC Türkiye darf sich dagegen auf die 4. Runde freuen. "Wir haben hier heute bei einem hochmotivierten Bezirksligisten gespielt, dass war keine leichte Aufgabe. Insofern sind wir zufrieden, in der Verlängerung dann gewonnen zu haben", so Mienert.

Sowohl der HTB als auch Türkiye müssen das Spiel aber schnell abhaken, weil am Wochenende der Liga-Alltag wartet. Die Mannschaft von Brussolo möchte die gute Bilanz mit 2 Siegen aus 2 Spielen weiter ausbauen.

Türkiye, noch ohne Sieg in der Liga, muss zum Tabellenersten FC Süderelbe. (pw)