120628SRNeuland - Beinahe wäre der fünffache Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans, Frank Biela, zu spät zum Start erschienen. Der in Monaco lebende Audi-Werksfahrer war extra angereist, um am 5. Lauf zur

RCCO Slotcar-Meisterschaft auf der Sonnenterrasse der Neuländer Wasserskianlage teilzunehmen –  bei der die Autos statt der mehr als 600 PS starken Langstreckenboliden nur 15 Watt leisten (so viel wie eine Energiesparlampe) und auch „etwas“ kleiner (Maßstab 1:24) sind. Biela hatte vorher noch in der Hamburger City zu tun und ließ sich dann vom Navi den kürzesten Weg nach Neuland weisen. An der Abfahrt half allerdings kein Satellit mehr weiter. Gesperrt! Also, auf zur nächsten Abfahrt.

 

Am Maschener Kreuz war Biela der Verzweifelung nahe. Ohne jegliche Ortskenntnis musste er wieder dem Navi trauen. Tatsächlich schaffte er es gerade noch rechtzeitig. Zehn Minuten vor dem Trainingsbeginn des Rennens um den „Alfa Romeo Fiat Lancia City-Cup“ . Einen Profi wirft das nicht um. Biela griff zum Handregler, mit dem nicht nur der Strom reguliert wird, sondern auch das Ansprechverhalten beim „Gas“ geben und beim Bremsen. Er trieb seinen Audi R8 LMS ultra zur zweitbesten Zeit im freien Training, im Qualifying auf Platz vier. Das war schon mal die halbe Miete für das Hauptrennen der schnellsten 16 Fahrer. Doch dann im Viertelfinale war Schluss für Biela. Hier traf er ausgerechnet auf seinen Markenkollegen Thomas Voigt, Chef der Hamburger Medienagentur Speedpool. Nach zwei Läufen stand es 1:1, im Stechen hatte Voigt dann die besseren Nerven. Biela: „Da hilft mir die Erfahrung aus Le Mans gar nichts. Hier bei der RCCO ist es mindestens genauso aufregend.“ Mit einem fünften Platz und 18 Meisterschaftspunkten machte sich Biela wieder auf die lange Heimreise.

Voigt schaffte es noch bis Finale, wo er auf seinen Teampartner Helmut Schmid, ehemaliger Chef-Designer von Volkswagen Motorsport (zuständig unter anderem für das Outfit der Volkswagen Touareg bei der Dakar Rallye) traf. Auch hier kam es zum Stechen, das Schmid nach dramatischem Verlauf für sich entscheid. Bester Harburger: Andreas Göhring (Lamborghini Gallardo LP 600 GT3) vom Team harburg-aktuell. Damensiegerin wurde die Lokstedterin Gine Peters (ebenfalls Lamborghini). Sie ging für das Harburger Lifestyle-Magazin faible von JoJo Tapken an den Start. mz