120308gwh2 Sinstorf- Für die Kinder der D-Jugend von Grün-Weiss Harburg wird ein kleines Fußballmärchen wahr. Nein, die kleinen Kicker haben keinen Pokal oder sonst irgendeinen Titel geholt, für helle Freude sorgt eine ganz

andere Nachricht. Das Bezirksamt und der Sportverein aus Sinstorf haben sich über eine neue Nutzungsregelung für die Sportanlage an der Scharfschen Schlucht geeinigt. Diese sieht eine Aufhebung der Altersbeschränkung für das Rasenspielfeld vor, so dass ab der Saison 2012 die Jungs der D-Jugend wieder auf dem satten Grün gegen den Ball treten dürfen. Die alte Regel existierte seit über 20 Jahren und wurde damals aus platzschonenden Gründen getroffen. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Freude über die neue Regelung ist nicht nur bei den 12-Jährigen Fußballern groß, auch für die Vereinsverantwortlichen geht ein kleiner Traum in Erfüllung. Denn die Macher haben sich seit Jahren für die Aufhebung und eine flexiblere Nutzung der Anlage eingesetzt, stießen allerdings immer wieder auf Widerstand.

Entscheidend für den plötzlichen Wandel war ein Gespräch mit dem Bezirksamtsleiter Thomas Völsch, der dem Vorhaben zustimmte. Henrik Perlbach, 1. Vorsitzender des Klubs, glaubt mit dem Schritt, den Grundstein für eine gute Ausbildung des Nachwuchses gelegt zu haben. Er sagt: "Wir haben in der Jugensparte beim Fußball einen Rückgang von 70 Mitgliedern zu verzeichnen, dass ist ein hoher Anteil. Insofern war das notwendig." Zu den Gesprächen mit dem Bezirk meint er: "Ich möchte mich bei Herrn Völsch bedanken, dass es mit dem Termin und unserem Ergebnis so zügig geklappt hat. Ich bin froh, dass unser jahrelanges Engagement Früchte getragen hat."

Besonders froh zeigte sich seitens der Politik die FDP-Fraktion. Fraktionsvorsitzender Carsten Schuster sagt: "Wir freuen uns nun, dass es zu einem Sieg der Vernunft gekommen ist. Wie in unserem Antrag gefordert, kann der Verein nun selbst bestimmen, welche Mannschaften er auf dem Rasen spielen lässt. Die Mühe hat sich gelohnt." Wie die Nutzung der Altersgruppen durch die Mehrbelastung organisiert wird, darüber müssen laut Perlbach erst noch Gespräche geführt werden. Auch die GAL freute sich über die Entscheidung. "Es ist ermutigend, dass das Engagement der Anhängerschaft und der Sportlerinnen und Sportler von Grün-Weiss für ihren Fußball-Nachwuchs das Bezirksamt und seinen Chef zum Einlenken gebracht hat", sagt Fraktionschef Ronald Preuß. Völsch sollte auch den anderen Sportvereinen im Bezirk eine flexiblere Nutzung öffentlicher Sportanlagen ermöglichen und die häufig beklagten bürokratischen Hemmnisse schnellstmöglich beseitigen. (pw)