110731ftsvvsfcs1 Altenwerder- Die alte Rivalität blühte wieder auf. Das Lokal-Derby zwischen dem FTSV Altenwerder und FC Süderelbe war ein reines Kampf-Spiel, so wie es beide Trainer vorher angekündigt hatten. Der 1:0 Sieg für den FTSV feierten die 450

Zuschauer, doch Gesprächsstoff am Bierausschank waren mehr die zahlreichen Nebenkriegsschauplätze die beide Teams auf dem Spielfeld eröffneten.

Thorsten Bettin, Coach der Gastgeber hatte schon vorher angekündigt, "das wird ein hartes Spiel" und sah sich nach Ablauf der 90 Minuten in seiner Einschätzung bestätigt: "Es war eine sehr emotionale Partie, bei der sich viel aufgebauscht hat." Wer für seine vier Euro Eintrittsgeld ein spielerisches und unterhaltsames Derby erwartet hatte der wurde enttäuscht. Denn wirklich technisch ansehnliche Spielzüge, hielt weder die eine noch die andere Mannschaft bereit. In der ersten Halbzeit gab es bis auf einen Kopfball von Lukas Wiese, der über das Tor segelte, kaum gefährliche Torchancen.

Erste Aufregung kam kurz nach der Pause auf, als Sebastian Jobmann den heranstürmenden Thomas Fliegel mit den Händen am Fuß traf und so zu Fall brachte. Der Verursacher, der anschließend noch verwarnt wurde, hielt den Elfemter für nicht gerechtfertigt. "Ich treffe erst den Ball und dann den Gegenspieler. Die Assistenten hatten gute Sicht und haben nichts angezeigt. Aber der Schiri zeigt auf den Punkt". Den anschließenden Elfmeter verwandelte Alexander Kübler souverän zum 1:0.

Nach dem Führungstreffer kochte die Stimmung unter den Fans hoch und auch auf dem Feld wurde die Gangart heftiger. Die erste gelb-rote Karte bekam Ömer Taskin, der bereits verwarnt war und nach einem Foul von hinten in die Beine des Gegners den Platz verlassen musste. Und nur 30 Sekunden später sah der nächste Süderelbe Spieler die Ampel-Karte. Immer wieder verstrickten sich die Akteure in körperliche und verbale Auseinandersetzungen. Erstes Opfer des harten Spiels war Lennard Dobravsky, der laut Trainer Jean-Pierre Richter mit Verdacht auf Bänderriss vom Platz musste. "Ihm wurde zwei mal auf die gleiche Stelle getreten, er hat mir gesagt, er hat das Gefühl es sei alles kaputt." Sollte sich der schlimme Verdacht bestätigen, droht dem Leistungsträger eine längere Pause.

Kurze Zeit später dezimierte sich auch Altenwerder, bei den Roten wurde Thomas Fliegel früher zum Duschen geschickt. Richter und seine Elf witterten noch mal die Chance, für die Offensive wurde der erfahrene Hakan Menges eingewechselt.

Zehn Minuten vor dem Apfiff wurde es noch mal hoch dramatisch, als der Referee nach einem vermeintlichen Foul eines FTSV-Spielers erneut auf den Strafstoßpunkt zeigte. Thorsten Bettin zeigte sich verärgert über den Pfiff: "Das war für mich kein Elfmeter, der Schiri hat schon vor dem Foul gepfiffen-das war eine Konzessionsentscheidung." Anschließend kam es zum Duell zwischen Daniel Rossa, der letzte Saison noch die "Buffer" für den FTSV schnürte und seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Dennis Lohmann. Lohmann parierte den schwach getretenen Strafstoß mit einer Fußabwehr. "Der vergebene Elfer war natürlich bitter", so Richter, der anfügte: "Rossa hat die ganze Vorbereitung die Strafstöße geschossen. Ich habe angeordnet, dass er heute nicht schießen soll." Eingeteilt war Taskin, der aber stand nicht mehr auf dem Feld. Und auch dessen Stellvertreter Eugen Götz war schon ausgewechselt. "Ein geniales Gefühl gegen Rossa gehalten zu haben", befand Elfer-Held Lohmann anschließend.

Am Ende rette der "Underdog" den Sieg über die Zeit, ganz zur Freude von Trainer Bettin: "Ich bin zufrieden, wir haben nicht so viel zugelassen und konzentriert gespielt." Für den FCS ist die Derby-Niederlage ein denkbar schlechter Start in die neue Saison, aber "die Schmach müssen wir jetzt ertragen", so ein enttäuschter Richter. In der Rückrunde hat Süderelbe die Möglichkeit zur Revanche. Dann heisst es wieder: Derbytime im Süderelberaum. (pw)

 

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