101009htbvsgrün-weiss Heimfeld-Die Zuschauer hatten ihre Plätze im Sportpark Janhöhe noch gar nicht ganz eingenommen, da fiel schon der erste Treffer. Ganze 32 Handgestoppte Sekunden benötigte der Harburger TB, um die Führung gegen den Gast Grün- Weiss Harburg zu erzielen. Auf der einen Seite

kopfschütteln und entgeisterte Blicke, auf der anderen Jubel. Schnell wie die Feuerwehr lief der Ball nach vorne, ehe Andreas Aschendorf die Kugel in den linken Giebel schlenzte. Grün- Weiss Trainer Sven Siebert war stink sauer über das Verhalten seiner Mannschaft: "Ich weiss nicht was da los war, das muss ich meine Jungs wohl mal fragen." Mit ein wenig Galgenhumor fügte er an: "Vielleicht haben die ja den Anpfiff nicht gehört." Die Pille mussten die "Grünen" erstmal schlucken, ein probates Gegenmittlel aber fanden sie zunächst nicht. Die Mannschaft von Oliver Balon kämpfte um jeden Grashalm und schob den Stürmern einen Riegel vor. Das bemühen war der Mannschaft nicht abzusprechen, die Offensivaktionen aber waren oft nur hausbacken und einfallslos. Dem HTB passte das bestens ins Konzept, sie begnügte sich mit sporadischen Kontern. Das Spiel lief getreu dem Motto: Der HTB musste nicht und Grün- Weiss konnte nicht. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kam nochmal Pfeffer in die Bude. Grün- Weiss´ Mittelfeldspezialist Patrick Ketelhut holte einen Elfmeter heraus, Marco Hoot verwandelte sicher- das 1:1. Sven Siebert forderte seine Jungs von der Seitenlinie auf, das Remis in die Pause zu retten. Doch der Anweisung folgten die Spieler nicht. Sie setzen noch einen drauf. In der 43. Minute erkämpfte Hoot sich den Ball im Strafraum und legte frischfertig auf, für Daniel Meyer. Der netzte ein. Nach der Pause gelang es der kämpferisch starken Truppe vom HTB auszugleichen, der Torschütze Jimmy Boateng schoss einen Abpraller ins Tor.

Die letzten 30 Minuten entschädigten für vieles, denn da brannten beide Teams ein Feuerwerk ab. Der Ball flipperte zwischen den Beiden Keepern hin und her. Yasin Tauscher konnte sich der HTB- Sicherheitsbewachung entziehen, stocherte das Leder aber am Ziel vorbei. Sven Siebert wollte hier ein Foulspiel erkannt haben, spielte aber auch auf zwei andere Situationen an, in der die Pfeife stumm blieb: "Das gab ein zwei Situationen, in denen man Elfer pfeifen kann." Beste Flugeigenschaften zeigte Grün- Weiss Keeper Malte Zeyns bei einem Freistoß von Andreas Aschendorf. Mit einer Bilderbuchparad lenkte er den Schuss über die Querlatte.

Die Partie blieb offen bis zum Schluss. In der 90. Minute zeigte der Unparteiische erneut auf den Punkt, Marco Hoot wurde regelwiedrig gelegt. Das ungeschriebene Gesetz, dass der gefoulte nicht selber schießen soll, ist seit diesem Samstag um ein Kapitel reicher. Denn den Strafstoß setzte der Schütze nur an den Außenpfosten. Und so blieb es beim 2:2 Unentschieden. Siebert war frustriert, machte Hoot aber keinerlei Vorwürfe: "Das kann mal passieren, ausschlaggebend für das Remis war der frühe Gegentreffer. Der hat uns zurückgeworfen. Wenn der nicht fällt, läuft das Spiel sicher anders."

In dieser Saison präsentiert sich Grün- Weiss als "Wundertüte", bei der man nie wirklich weiss, was raus kommt.  Vier Siege, zwei Remis und vier Niederlagen stehen zubuche. Die nächsten Gegner sind Tabellenführer Kosova und Einigkeit Wilhelmsburg. Der HTB sammelt weiter Punkte, nächste Woche wartet Einigkeit. (pw)

 

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