150215SPDWahlHarburg – Gute Laune bei der SPD. Schon vor der ersten Prognose stimmt Kreischef Frank Richter die Genossen auf ein hervorragendes Ergebnis nach vier Jahren Alleinregierung

ein, in denen man eigentlich „alles richtig gemacht hatte“. Als dann die Prozentzahlen vom Beamer an die Wand der SPD Kreisgeschäftsstelle im Herbert-Wehner-Haus geworfen wird, reißt man trotz des Traumergebnisses von 47 Prozent nicht zu überschwänglich die Arme hoch. Die grüne Kröte steckt ein bisschen im Hals. Denn AfD und FDP sind drin. So kommt man nach der ersten Prognose eben „nur“ auf 59 der 120 Sitze. Es reicht danach also hauchdünn nicht für die absolute Mehrheit.

Die Bürgerschaftsabgeordnete Melanie Leonhardt ist trotzdem zufrieden. „Weihnachten wagte ich von allem jenseits von 43 Prozent nicht zu träumen“, sagt sie, bevor sie vorzeitig entschwand um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Auch Sören Schumacher zeigt sich zufrieden. „Wir werden sehen müssen, ob es doch noch für eine absolute Mehrheit reicht.“ Seine Hoffnung: Die AfD würde es doch nicht schaffen. „Das werden spannende Stunden bis morgen Nachmittag“, sagt Frank Wiesner, ebenfalls Abgeordneter der SPD in der Bürgerschaft. Erst dann dürfte ganz klar sein, wer tatsächlich einen sitz im Hamburger Rathaus bekommt.

Scheißstimmung dagegen bei der CDU im 7,2 Kilometer Fahrtstrecke entfernten Jägerhof: Noch-MdBü Harald Krüger kommt mit "Hazel", seinem neuen sechs Monate alten, weißen Schäferhund-Welpen in den Jägerhof, hört mit Entsetzen die ersten inoffiziellen Zahlen. "Hazel" schnüffelt herum, krümmt den Rücken und setzt einen großen Haufen mitten aufs Parkett. Wenn es kommt, dann kommt es dicke!
 
Kreischef Ralf-Dieter Fischer ist angesichts der prognostizierten 16 Prozent erstaunlich gefasst. Nach der ersten Prognosen braucht er nur Sekunden für eine erste Analyse. Eine überraschende Analyse: „Jetzt wünsch ich Scholz die absolute Mehrheit. Bei einer Koalition mit den Grünen oder der FDP würden der großen Koalition immer wieder deren Senatoren in die Suppe spucken. Das würde die Arbeit in Harburg sicher erschweren.“ Für Fischer ist auch klar: „Die CDU hat die Wähler weder personell noch inhaltlich überzeugt.“ Er tröstet seine Partei: Es geht auch wieder aufwärts. Es werde fünf oder zehn Jahre brauchen.
 
CDU-Fraktionsvize Uwe Schneider spürt offenbar, es liegt was in der Luft. Er scharrt seinen Monaten mit den Hufen, sieht sich wohl schon als Nachfolger vom ewigen Fischer – wenn da nicht André Trepoll wäre. Es ist hören, dass er im Mai den Kreisvorsitz von Fischer übernimmt. „RaDiFi“ will das nicht bestätigen, betont aber, dass er fünf Jahre Fraktionsvorsitzender bleiben will. ag/zv

Veröffentlicht 15. Februar 2015