140606RichterHarburg – Die Harburger SPD hat die erste Attacke auf ihren Spitzenkandidaten Jürgen Heimath abgewehrt. Kreisvorsitzender Frank Richter hatte Heimath

als noch amtierenden Fraktionschef gebeten, die konstituierende Sitzung der 20 frisch gewählten Volksvertreter abzusagen. Bis zu einem neuen Termin soll jetzt versucht werden, die Lage zu entschärfen. Vor allem aber könnten die „Rebellen“, die sich vom Bundestagsabgeordneten Metin Hakverdi, von Ex-Bezirksamtsleiter Michael Ulrich und vom abgewählten Bezirksabgeordneten Muammer Kazanci dirigieren lassen, jetzt endlich einmal öffentlich erklären, warum Heimath bei ihnen in Ungnade gefallen ist. Und was ihrer neuer Favorit Arend Wiese so entscheidend anders machen will, dass es sich lohnt, einen SPD-Kreis bei den Wählerinnen und Wählern in Verruf zu bringen.

Für Irritationen hatte wenige Tage zuvor noch ein Brief aus der Bezirksverwaltung der Finanzbehörde gesorgt. Sie hatte darauf hingewiesen, dass eigentlich noch kein Fraktionsvorstand gewählt werden kann. Begründung: Die Volksvertreter sind erst Bezirksabgeordnete, wenn sich die Bezirkversammlung am 24. Juni konstituiert hat. Diese juristische Klippe will man nun umschiffen, indem man jetzt trotzdem den Fraktionsvorstand wählt und dies dann am 24. Juni noch einmal formal „nachvollzieht“.

Egal wie: Bei der SPD war die Anspannung vor der ersten Sitzung zu spüren. Umso mehr staunte dann eine bezirkliche Führungskraft mit SPD-Parteibuch, als sie zu einer Zeit, in der die Fraktion eigentlich zusammensitzen sollte, am China-Restaurant „Golden City“ gegenüber vom Herbert-Wehner-Haus vorbeiging. Dort saß in aller Ruhe Martin Semir Çelik mit seiner Familie und ließ es sich schmecken. „Ist der denn schon wieder ausgeschlossen worden?“, fragte die Führungskraft. Zur Erinnerung: Die SPD-Fraktion hatte vor der Wahl Çelik ausgeschlossen, weil er als Geschäftsführer des Hochzeitssaals in der Lauterbachstraße für Ärger gesorgt hatte. Die Führungskraft wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Fraktionssitzung abgesagt worden war.

Da es keine öffentliche Erklärungen gibt und sogar eine Presseinfo angekündigt, aber nicht verschickt worden ist, blühen die Spekulationen. Klar ist nur, dass die Attacken auf den Fraktionsvorsitzenden nur das Vorgeplänkel zum Kampf um die Bürgerschaftskandidaturen sind. Nach der Sommerpause wird nominiert. Klar, dass jetzt die Claims abgesteckt werden. Die Bezirksabgeordnete Barbara Lewy, die sich in der Sitzung des geschäftsführenden  Kreisvorstands zu Anfang der Woche besonders heftig für einen Sturz von Jürgen Heimath eingesetzt haben soll, hält indes jede Vermutung über ihre Motive für eine „miese Unterstellung“. Zur Aufklärung trägt sie allerdings auch nicht bei. ag