130308WolkauKayHarburg  –  Dass die Grünen mit ihrer Forderung nach einer neuen Politik für Neuwiedenthal in der Bezirksversammlung nicht auf große Gegenliebe stoßen

würden, war abzusehen. Die Fraktionschefs von SPD und CDU, Jürgen Heimath und Ralf-Dieter Fischer, hatten sich schon vorher skeptisch geäußert.

Was dann aber in der März-Sitzung der Bezirksversammlung geschah, dürfte die politischen Lager in Harburg kräftig durcheinandergewirbelt haben.

Kay Wolkau (Foto),neuer Fraktionschef der Grünen, hatte in einem wortreichen Antrag eine neue Politik für Neuwiedenthal skizziert. Der Stadtteil könne sich nur dann positiv entwickeln, wenn die „Förderziele Beschäftigung, Qualifizierung, Arbeitsmarkt und Ausbildung sowie Sport und Freizeit besonders berücksichtigt werden“.

Während Heinz Beeken (SPD) noch einigermaßen zurückhaltend das Nein seiner Fraktion begründete, ging CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer in die Vollen. Er ließ kein gutes Haar an Wolkaus Antrag, machte Punkt für Punkt deutlich, dass die Forderungen seiner Meinung nach völlig unrealistisch sind. Das waren ungewohnte Töne zwischen den Fraktionen, die knapp sieben Jahre lang in Harburg gemeinsam Politik gemacht hatten – mit Ralf-Dieter Fischer und dem verstorbenen Ronald Preuß als Chefdenker.

Fischer steigerte sich, wurde drastisch, in den mittleren und hinteren Reihen der SPD-Fraktion wurde gefeixt und FDP’ler Immo von Eitzen stellte fest: „Das ist das Ende von Schwarz-Grün.“ Selbst Manfred Schulz (SPD), der als Vorsitzender der Bezirksversammlung eigentlich neutral bleiben sollte, ließ sich anstecken und schien sich über Wolkau lustig zu machen. Wie er die Abstimmung der einzelnen Punkte des Grünen-Antrags aufrief, war jedenfalls nicht ganz fair. ag