130320IVEFischbek – Offener Streit in der FDP. Während Fraktionschef Carsten Schuster in der Bezirksversammlung die modifizierten Pläne für die Bebauung des Geländes der

ehemaligen Röttiger-Kaserne „begrüßt“ und als „Quantensprung“ bezeichnet, geht die FDP Süderelbe um Immo von Eitzen zu dieser Sichtweise auf Distanz. „Die vorgelegte Planung der IBA entspricht weiterhin im Wesentlichen der bisherigen SPD-Planung und kann daher von uns nicht begrüßt werden“, sagt von Eitzen, FDP-Wahlkreisabgeordneter für Süderelbe in der Bezirksversammlung.

Dass die Bunkervillen entfallen und dem Baumerhalt größere Priorität eingeräumt wird, werde zwar begrüßt. Jedoch werde die nochmalige Verdichtung auf nunmehr rund 800 Wohneinheiten und das direkte Nebeneinander von Geschoss- und Einfamilienhausbebauung sehr kritisch gesehen.

Bereits im Oktober 2011 wurde uns im Stadtplanungsausschuss fundiert dargelegt, dass sich die Chancen einer erfolgreichen Vermarktung der vorgesehenen Einzel- und Doppelhausbebauung neben mehrgeschossigen Wohnblocks maßgeblich verschlechtere und zudem die geplante Verdichtung ebenfalls einer erfolgreichen Vermarktung entgegensteht“, sagt Günter Rosenberger, stadtplanungspolitischer Sprecher der FDP-Bezirksfraktion mit Verwies auf Erkenntnisse einer Marktforschung durch die Empirica AG.

„Was die IBA vorgelegt hat ist kein Quantensprung, sondern alter Wein in neuen Schläuchen“, findet Ralf Kempgen, amtierender Kreisvorsitzender der FDP in Süderelbe. „Die IBA hat damit die Chance für eine grundlegende Überarbeitung der SPD-Planung vertan.“

Die FDP Süderelbe hat ihre eigene Vision vom Wohnungsbau auf dem Areal. Die sieht so aus: es soll ein lockeres, landschaftlich geprägtes Wohnfeld unter dem Motto „Wohnen an der Fischbeker Heide“ entstehen. Der Geschoßwohnungsbau könnte im Bereich des ursprünglich geplanten Gewerberiegels mit etwa 200 Wohneinheiten erfolgen. Dahinter sollte ein Baugebiet für Einfamilien- und Doppelhäuser mit möglichst vielen Gestaltungsfreiheiten entstehen.

„Falls das von der IBA so nicht umgesetzt wird, werden wir uns gemeinsam mit den Bürgern am geplanten Bürgerbegehren beteiligen“, stellt Kempgen klar und relativiert damit die Äußerungen Schusters, wonach die FDP das Bürgerbegehren nicht unterstützen würde.

"Natürlich kann die FDP Süderelbe ihre Meinung auch öffentlich äußern", sagt Carsten Schuster. "Leider wird ihre Position aber nicht so richtig  deutlich. Es wird nicht klar, was sie denn nun genau will." zv