090922ReichsstrasseHarburg - Es herrschte Einigkeit zwischen den Fraktionen in der ersten Sitzung der Bezirksversammlung nach der Sommerpause. Die Idee der Bürgerschaftsabgeordneten der CDU, die Wilhelmsburger Reichsstraße während der Internationalen

Bauausstellung für den Verkehrzu sperren, sei "Irrsinn". Jürgen Heimath,Chef der SPD-Fraktion nannte die Idee "unverständlich und absolut irre". Ihn regten zudem weitere Ideen auf, die man für Harburg hat. Dabei geht es um den Umbau der Reichsstraße zu einem "Boulevard" oder des vierspurigen Ausbaus der Neuländer Straße, damit Verkehr um Wilhelmsburg herum geführt wird. Heimaths Ankündigung: Man stehe hinter dem Bezirksamtsleiter, der Widerstand gegen alle Sperrungs-Pläne angekündigt hat. "Eine Sperrung wäre der Supergau, der alles lahm legt", so Heimath.

FDP-Mann Immo von Eitzen bemängelte die schlechten Planungen für die IBA. "Man hat den Eindruck, man ist zur IBA wie die Jungfrau zum Kind gekommen", sagte er. Planungen wie der verbesserte Lärmschutz basierten auf dem "Prinzip Hoffnung". Gelder des Bundes seien nicht verbindlich zugesagt.
"Es darf keine Lösung auf dem Rücken der Harburger geben", sagte Ronald Preuß von der GAL. Man könne auch nicht die Besucher der IBA ins Verkehrschaos schicken. Genau das würden aber bei einer Sperrung der Reichsstraße herrschen. Preuß kritisierte auch den SPD-Bundestagskandidaten Hans-Ulrich Klose. Der hatte in Wilhelmsburg seine Unterschrift auf eine Liste gesetzt, die sich gegen jegliche Fernverkehrsstraße auf der Elbinsel richtet.
Rolf Buhs von der CDU Fraktion, dessen Kollegen die Idee mit der Sperrung hatten, fand den Vorstoß seiner Parteifreunde "wundersam". "Es wird in Harburg in keiner Weise akzeptiert, dass die Reichsstraße auch nur einen Tag gesperrt wird", sagte er. Man müsse genau aufpassen, was jetzt in Hamburg passiert. Eine Umleitung des Verkehrs über die A1 hält er für nicht praktikabel. "Der Abschnitt zwischen Stillhorn und dem Kreuz wird täglich von 119.000 Fahrzeugen benutzt. Damit gehört er zu den 20 belastetsten Autobahnabschnitten in Deutschland", sagte Buhs. Dort könnten nicht auch noch die über 50.000 Autos von der Reichsstraße lang geleitet werden. Buhs hofft auf eine schnelle Verlegung der Reichsstraße. Dass das bis zur IBA klappt, bezweifeln Fachleute. (zv)