VoelschThomas3Harburg - Es war ein turbulenter Amtsantritt für Thomas Völsch vor 100 Tagen als Bezirksamtsleiter gewesen. Kaum war die Urkunde im Rathaus überreicht, stieg schwarzer Rauch im Binnenhafen auf. Das Lagerhaus an

der Nartenstraße stand in Flammen. Der Großbrand habe ihm gezeigt, wie schnell Verwaltung reagieren kann, sagt Völsch. Das läge an den "hoch motivierten Mitarbeitern", die er im Bezirksamt vorgefunden habe.

Hoch motiviert und flott müssen die Stadtangestellten auch in Zukunft sein. Und das vermutlich mehr, als in der Vergangenheit. Die Sparvorgaben, die Harburg wie alle Bezirke erfüllen muss, werden hammerhart durchschlagen. Rund 60 Stellen müssen rechnerisch bis 2017 abgebaut werden. 20 davon fallen allein der anstehenden Lohnerhöhung zum Opfer, wenn die sich an dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst orientiert.

Die bessere Technik soll es in Zukunft richten. Völsch kann sich vorstellen, dass dadurch Abläufe optimiert werden. Wo Stellen wegfallen, weis oder sagt er noch nicht. Da ist er ganz der Fuchs, der Unruhe im Apparat vermeiden will. Eines weis er doch: "Das wird richtig schwierig." Dass gespart werden muss, steht für Völsch außer Frage. "Das ist ohne Alternative", so der Bezirksamtsleiter.

Positive Signale gibt es nach draußen. Nicht gespart werden soll bei den Dienstleistungen am Bürger. Und natürlich nicht bei den sozialen Diensten. Aber alle Aufgaben sollen überprüft werden, man müsse "jeden Stein umdrehen". Vor allem müssen viele Abläufe schneller werden. Das ist auch ein Wink an die Hamburger Bezirkspolitiker, die gern überall detailverliebt mitmischen.

Drei Jahre politische Diskussion über einen Lokusstandort für den Sand findet Völsch beispielsweise nicht gerade optimal. zv