090909ReichsstrasseHarburg – Die CDU-Politiker Klaus Peter Hesse und Jörg Frommann wollen während der Internationalen Bauausstellung die Wilhelmsburger Reichsstraße sperren. Die Maßnahme würde eine der Hauptverkehrsadern kappen, die Harburg mit Hamburg verbindet. Durch die Sperrung soll Geld gespart werden, dass sonst für Lärmschutzmaßnahmen ausgegeben werden müsste. Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg kündigt „erbitterten Widerstand“ an. 150.000 Menschen die im Bezirk, eine halbe Million Einwohner, die in der südlichen Metropolregion leben wären von der Sperrung betroffen. Die würde zu erheblichen Verkehrsproblemen führen. Rund 56.000 Fahrzeuge nutzen jeden Tag die Wilhelmsburger Reichsstraße. Knapp zehn Prozent sind Lastwagen. Nur knapp das Doppelte an Fahrzeugen fährt über die A1. Sie müsste den Umleitungsverkehr schlucken. Fahrzeuge, die über die A7 fahren wollen, müssten dann quer durch Harburg. Der ADAC rechnet in dem Fall mit einem Verkehrschaos.
Die Idee die Reichsstraße zu sperren, ist nicht neu. Schon vor eineinhalb Jahren hatte Meinberg mit IBA/IGS-Geschäftsführer Heiner Baumgarten gesprochen. Man wäre sich einig gewesen, dass eine Sperrung der Reichsstraße nur hinzunehmen wäre, wenn es ein Verkehrskonzept gibt, durch das die Sperrung kompensiert werden könnte. Dieses ist nicht in Sicht. Die geplante Verlagerung der Wilhelmsburger Reichsstraße in Richtung Bahnstrecke bis zur IBA hat sich als extrem ehrgeiziger Plan herausgestellt, der absehbar scheitern dürfte. So ist die nötige Verlagerung von Teilen der Hafenbahn ungeklärt. Viele Anwohner wollen gegen die Verlagerung Protest einlegen. (dl)