111129FuMHarburg - Der Sieger Thomas Völsch ging nach seiner Wahl zum Bezirksamtsleiter ins Herbert-Wehner-Haus und fuhr dann nach Hause. Die Verlierer feierten hingegen. Die CDU bat zur Afterabwahl-Party in die Helms-Lounge. "Wir brauchen uns nicht

zu verstecken" rief CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer den Gästen, darunter auch die ehemaligen Koalitionspartner von der GAL und zahlreiche enge Bezirksamtsmitarbeiter von Torsten Meinberg zu. "Es ist eben das verflixte siebte Jahr."

Völsch sei zwar nicht sein Wunschkandidatm man werde aber mit ihm zusammen arbeiten. Meinberg, so kündigte Fischer an, "werde nicht von der Bildfläche verschwinden". "Er wird uns weiter mit Rat und Tat und vor allem seinem Fachwissen zur Seite stehen", so Fischer.

Meinberg, der zuvor noch bei der Wahl die Bezirksversammlung verlassen hatte, Originalton: "das wollte ich mir nicht antun", zeigte sich befreit. "Das wir hier zusammen kommen, war mein Wunsch. ich wollte nicht nach der Wahl einfach so das Rathaus verlassen", sagte er. "Die CDU hat Geschichte geschrieben. Erstmals wurde in Hamburg ein CDU-Bezirksamtsleiter wiedergewählt."

Dann lobte er die Koalition mit der GAL und die Veränderungen im Bezirksamt, die in seiner Zeit zustande kamen. Es habe ein "Mentalitätswechsel" bei den Mitarbeitern stattgefunden. Die "Duckmäusigkeit" gegenüber des Senates sei abgelegt worden. Man konnte aber auch, das habe er ganz deutlich gespürt, nach der Wahl "nicht mehr so wirklich viel bewegen". Das er abgewählt wurde, so seine Einschätzung, habe "rein politische Gründe". "Dieses wurde ganz woanders entschieden", glaubt Meinberg, nach dessen Einschätzung zwei Genossen, Bürgermeister Olaf Scholz und der SPD-Landeschef die Entscheidung zu seiner Abwahl getroffen hätte. "Der neue Mann soll die Senatslinie durchdrücken", sagt Meinberg.

Dann sein eigenes Fazit: "Das waren die sieben schönsten Jahre meines Arbeitslebens." zv