110221AuszaehlungHarburg - Bis Mittwochabend, 20 Uhr müssen sie fertig sein. Bis dahin sollen die fast 500 Wahlhelfer, zehn pro Wahlbezirk, im Verwaltungsgebäude der Phoenix die Stimmzettel der 54.836 Wahlberechtigten des

Wahlbezirks 16 (Harburg), komplett ausgezählt haben. Vier Tage sind die Helfer, die mit 100 Euro am Tag entlohnt werden, im Einsatz. Sonntag um 14 Uhr begann der Einsatz. Die Stimmen aus 32 Briefwahlbezirken werden bereits seit Sonntagabend gezählt.

 

Die wichtigsten Stimmen, die für die Ermittlung der vorläufigen Fraktionsstärke und damit die Sitzverteilung im Hamburger Rathaus nötig sind, wurden bereits in den Wahllokalen ausgezählt. Danach schafften Helfer die Urnen in das Verwaltungsgebäude. "Die komplette fünfte Etage mit 60 Räumen wurde extra dafür angemietet", sagt Karl-Wilhelm Blohm vom Leitungsteam. Jetzt werden dort die Stimmen für die einzelnen Kandidaten der Wahlkreis- und Landesliste ausgezählt. Dann sind die Stimmzettel dran, auf denen über die Bezirksversammlung abgestimmt wurde. Besonders verfahren wird mit den Stimmzetteln, die scheinbar ungültig sind. Sie werden je Wahlbezirk extra gesammelt und dann in einem versiegelten Umschlag ins Hamburger Rathaus gebracht. "Erst dort wird entschieden, ob die Stimmzettel tatsächlich ungültig sind", sagt Blohm

 

Im Gebäude selbst herrscht reges Kommen und Gehen. In der Kantine sind extra drei Gerichte, am Montag Erbsensuppe, Spaghetti Bolognese oder Fisch für die Wahlhelfer zubereitet worden. 4 Euro und 10 Cent kostet sie jedes Gericht. "Wir haben eigentlich wenig Zeit zum Essen", sagt eine Wahlhelferin, die schon mehrmals dabei war. "Dieses Mal ist es richtig Arbeit."

Alle Wahlhelfer sind Freiwillige. Viele sind laut Blohm seit Jahren dabei. "Wer normal arbeitet muss sich extra Urlaub dafür nehmen", sagt Blohm. Andere haben das nicht nötig. Es sind auch viele Rentner beim Auszählen dabei.
Allein in Harburg kosten allein die Wahlhelfer für das Auszählen rund 200.000 Euro. Im Wahlkreis Süderelbe, dort werden die Stimmen im Landhaus Jägerhof ausgezählt, kommt eine ähnlich hohe Summe zusammen. Dabei wäre es so einfach gewesen. Mit dem Wahlstift wären die Papierberge überflüssig gewesen. Es wäre ein Bruchteil der Kosten entstanden. Und auch das komplette Ergebnis hätte nicht erst am Mittwochabend, sondern bereits seit Sonntagabend vorgelegen. zv