110120Scholz1Hausbruch – Großer Auftritt für Olaf Scholz, den Bürgermeisterkandidaten der SPD. Im knallvollen Saal im Landhaus Jägerhof legte er seinen ersten Auftritt im Bezirk Harburg hin. Die Basis: Begeistert, artig, alt - seichte Fragen.

 

Dazwischen das Team vom Satire-Magazin „Extra 3“ mit Moderator Tobias Schlegel. Er animiert SPD-Fans Hütchen aufzusetzen, hat am Mikro „SPD TV“ stehen. Unvermeidlich: Kritiker mit Mission. „Engagierte“ Bürger, die etwas zur Reichsstraße und Lärm wissen wollen und schon „ganz oft mit Ole von Beust gesprochen haben“. Ehrenvorsitzende von kleinen Vereinen, die um Versprechen ringen. Die Antworten: Vorsichtig, nett, diplomatisch. Wenig konkrete Zusagen. Dafür ein nettes, inflationäres Danke für jede Frage aus dem mit rund 300 Zuhörern besetzten Saal.

Scholz gibt im Jägerhof wenig die einfordernde Führungsperson. Die Bürger haben eben noch nicht die Führung bestellt.

Bei der A26 wird Scholz konkret. „Es ist notwendig sie zu Ende zu bauen.“ Das die Autobahn einfach an der Stadtgrenze enden würde sei „absurd“. Der Haken: Der Bund muss zahlen. Auch beim Wohnungsbau : Zahlen - 6000 Einheiten sollen pro Jahr gebaut werden. Die Bezirke will er in die Pflicht nehmen. Scholz kündigt an, was das heißt: Verdichtung.

Sonst nette Versprechen. Die Kunst und Kultur sollen mehr beachtet werden. Dabei kein Wort zur Zukunft des Helms-Museum. Mehr Polizisten sollen dafür auf die Straße. Bildung ist wichtig. Studiengebühren sollen fallen. Nicht erst am Ende dieser Legislaturperiode. Auch Schlaglöcher sind ganz schlimm. "Plattitüden", meint CDU-Mann Wolfgang Müller-Kallweit, der sich unter die Zuhörer gemischt hat. "Wenig Inhalte." Dann Lob. "Scholz vermittelt aber den Menschen das Gefühl, dass er sich um sie kümmert." Das wecke aber Begehrlichkeiten.

Am Ende geht es um das, was alles entscheident ist. Ums Geld. Schuldenmacherei werde ein Auslaufmodell, so Scholz. 2020 sei es kein Thema mehr. Einigen Zuhörern dämmert es. Wer soll das bezahlen? Der Haushalt wird es richten, deutet Scholz an. Die Summe 50 Millionen macht die Runde. Die, so suggeriert Scholz, seien irgendwie bei den Milliardenausgaben abzuzweigen. Der Ex-Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hatte offenbar doch Recht. Er bezeichnete mal die Summe von 50 Millionen als „Peanuts“. zv

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