RathausHarburgHarburg - Der Bruch der Koalition im Hamburger Rathaus. Für die Politiker in Harburg war es eine böse Überraschung. Sowohl CDU wie auch GAL wurden kalt erwischt. Die CDU traf sich noch am Sonntagabend im Schützenhof Marmstorf.

 

Dort informierte Kreischef Ralf-Dieter Fischer, der zuvor in Hamburg über die Situation unterrichtet worden war, wie es weiter geht. Dann ging es um den Bezirks Harburg. Das Ergebnis nach der etwa drei Stunden dauernden Sitzung: Die CDU will die Koalition mit den Grünen bis zur Wahl weiter führen. Immerhin hatte man sechs Jahr zusammen gearbeitet. Auf eine Koalitionsaussage will man sich bei der CDU aber dennoch nicht festlegen.

Die Ausschüsse sollen, wenn sie nach der sitzungsfreien Vorweihnachtszeit überhaupt noch einmal zusammen kommen. zunächst weiter arbeiten. Über die Termine der bezirksversammlung im Januar und Februar wird man sich Gedanken machen.

Grundsätzlich ändert sich zunächst nichts. "Im Bezirk Harburg ist der Koalitionsvertrag nicht gekündigt", sagt Fischer. "Er wird es auch nicht." Erst in der heißen Phase des Wahlkampfs soll die Arbeit der Ausschüsse ruhen. Das wird spätestens Ende Januar sein. Das sieht auch GAL-Chef Ronald Preuß so. Hier stehe Sachpolitik im Vordergrund. "Viele Entscheidungen werden mit einer breiten Mehrheit getroffen", so Preuß. Die GAL will jetzt schnell ein Wahlprogramm für den Bezirk beschließen. Dabei wird das Thema Moorburg eine große Role spielen. Nachdem die GAL die "Kröte" Kraftwerk wohl immer noch im Hals steckt, will man in der Ecke Punkte mit Themen wie Schlickdeponie sammeln.

Hinter den Kulissen wird schnell mit der Aufstellung der Kandidaten begonnen. In den beiden Wahlbezirken Harburg und Süderelbe benötigt die CDU allein 60 Kandidaten, welche für die am 20. Februar stattfindende Bürgerschaftswahl spätestens bis zum 17. Januar gemeldet sein müssen. "Das wird eine heiße Adventszeit", sagt ein CDU-Mann. Hart wird auch der Kampf um die Direktmandate für die Bürgerschaft. Realisten sehen nach der Wahl einen CDU-Abgeordneten aus Harburg im Hamburger Rathaus. Um den Platz werden vermutlich Birgit Stöver, Rainer Bliefernicht und Staatsrat Carsten Lüdemann kämpfen.

Bei der SPD ist freudig erregt. Neuwahlen waren schon lange der Traum der Genossen. In Harburg sieht man sich gut aufgestellt.

Die FDP, die gerade einen für ihr Bild verheerenden Landesparteitag in Hamburg hatte, macht sich in Harburg Hoffnungen. Fraktionschef Kurt Duwe ist froh, dass "mit den Neuwahlen auch die Schlafwagenpolitik der Harburger Koalition ein Ende haben wird". Dabei ist es fraglich, ob die Liberalen, welche von vielen Wählern auf Bundesebene als Totalversager gesehen werden, überhaupt wieder ins Harburger Rathaus einziehen werden. In Harburg hatte es zuletzt viele Wählern vor den Kopf gestoßen, dass die Liberalen den SPD-Kandidaten und nicht CDU-Mann Torsten Meinberg bei der Wahl zum Bezirksamtsleiter unterstützten. zv