Harburg – Uwe Schneider (43) ist neuer Kreisvorsitzender der Harburger CDU. Bei der Wahl im Kreisausschuss bekam er rund 91 Prozent der 37 Stimmen.

Schneider löst Ralf-Dieter Fischer (70) ab, der nach 17 Jahren nicht mehr für das Amt kandidierte, aber schon im Vorfeld angekündigt hatte, weiterhin die Fraktion in der Bezirksversammlung zu führen.

Schneider sorgte gleich nach seiner Wahl für eine Überraschung: Er setzte eine Programmkommission ein, die bis Ende des Jahres ein Wahlprogramm für die Bezirkswahl im Mai 2019 entwickeln soll. Die zweite Überraschung: Die Leitung der Kommission übernimmt der frühere Harburger Bezirksamtsleiter und Hamburger Lotto-Chef Torsten Meinberg.

Bei der letzten Bezirkswahl war die Harburger CDU noch ohne Programm angetreten. Der bisherige Kreisvorsitzende setzte stattdessen seit Jahren auf die Überzeugungskraft der „One-Man-Show“ Fischer, vernachlässigte nach Meinung seiner parteinternen Kritiker dabei aber die Parteiarbeit.

Auch die personelle Besetzung des Kreisvorstands deutet auf eine stärkere Betonung der Parteiarbeit in Harburg in. Neben dem bisherigen Kreisvize Rainer Bliefernicht, der in seinem Amt bestätigt wurde, bewarben sich Birgit Stöver und Katharina Schuwalski  erfolgreich als stellvertretende Kreisvorsitzende und sind damit die ersten Frauen im Vorstand, der in den vergangenen Jahren eine reine Männerwirtschaft war. Die Kritik, die nach der Kandidatenliste für die letzte Bundestagswahl mit ausschließlich Männern auf den aussichtsreichen Plätzen für erhebliche Unruhe in der Hamburger CDU gesorgt hatte, zeigt offenbar Wirkung.

Auf mehr Geschlossenheit deutet auch die Wahl der stellvertretenden Landesvorsitzenden Birgit Stöver hin. Sie war nach seinen Angaben von Fischer für dieses Amt in der Hamburger Partei vorgeschlagen worden, aber wie viele vermuteten, nur um sie sich in Harburg vom Leib zu halten. Dass dies die Partei auf Dauer schwächen könnte, scheint jetzt allen klar geworden zu sein. Immerhin ist Birgt Stöver Vorsitzende des mitgliederstärksten Harburger CDU-Ortsverbands.

Dem neuen Vorstand der Harburger CDU gehören außerdem Robert Timmann als Schatzmeister und Martin Hoschützky als Schriftführer an. In seiner Bewerbungsrede hatte Schneider zwei Schwerpunkte gesetzt: Zum einen dürfe der Wohnungsbau nicht „unter kompletter Ausblendung aller Qualitätsstandards“ vorangetrieben werden, zum anderen erwartet er als politisch Verantwortlicher „einen absoluten Integrationswillen aller Menschen, die zu uns kommen“. ag