Harburg – Der erkrankte Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (59) hat den Ersten Bürgermeister „schweren Herzens“ gebeten, ihn in den Ruhestand zu versetzen.

Ende September hatte die Bezirksversammlung den SPD-Politiker noch mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt. „Zu diesem Zeitpunkt waren die Nachrichten aus den medizinischen Abteilungen zwar nicht euphorisch, aber doch so optimistisch, dass ich mit einer gehörigen Portion Zuversicht nach vorne blicken konnte“, sagt Völsch. Das habe sich in der vergangen Woche leider ins komplette Gegenteil verkehrt. Völsch: „Und es beschränkt sich nicht nur auf die Aussichten, sondern auch auf den konkreten Zustand. Das erfordert jetzt umfängliche weitere Behandlungen mit offener bzw. unklarer Perspektive.“

Vor wenigen Tagen hatte der Senat beschlossen, Völsch nach dem Votum der Bezirksversammlung für eine zweite Amtszeit zu ernennen. Die Urkunde hätte Anfang Januar überreicht werden sollen. Völsch hatte Anfang Januar 2012 Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg (CDU) abgelöst. In der Zeit hatte er sich einen von dem "Mann Hamburgs in Harburg" zu Harburgs "Bürgermeister" gewandelt, der viel Anerkennung auch von politischen Gegnern bekam. Völsch hatte dafür neben menschlichen auch fachliche Qualitäten mitgebracht. Er ist ausgewiesener Verwaltungsfachmann und politisch gut vernetzt. Jetzt wird sein Dierk Trispel das Amt des Bezirksamtsleiters kommissarisch übernehmen. Die Große Koalition wird sich um einen Nachfolger für Völsch bemühen müssen. Die SPD hat das Vorschlagsrecht. Die CDU muss dem Kandidaten zustimnmen.

„Ich habe dieses Amt sehr gern ausgeübt“, sagt Völsch. „Deshalb fällt mir dieser Schritt wirklich schwer. Zumal wir noch viel zu tun hätten. Aber eine realistische Einschätzung der Situation lässt keine anderen Entscheidungen zu.“ ag