Harburg – Wie auf dem platten Land: In 4500 Haushalten im Bezirk Harburg gibt es nur eine äußerst schlappe Internetverbindung. 30 Mbit/s – das sind

Bandbreiten, von denen die Betroffenen nur träumen können. HD-Streaming und Online Games können sie vergessen. Trotzdem sagt die zuständige Behörde für Kultur und Medien: „Hamburg verfügt über eine sehr gute Breitbandinfrastruktur.“

Der SPD-Bezirksabgeordnet Holger Böhm wollte eigentlich nur wissen, warum die Anwohner der Hohenwischer Straße – im Abschnitt zwischen Hinterdeich und Moorburger Elbdeich – nur in Zweitlupe im Internet surfen können. Deshalb hatte er eine Kleine Anfrage eingereicht. Trotz der auf den ersten Blick positiven Antwort muss die Behörde dann doch eingestehen, dass es in Hamburg einige „weiße Flecken“ in der Internetversorgung gibt, insgesamt betreffe das aber nur 3,5 Prozent der Haushalte. Allerdings: Im Bezirk Harburg sind fünf Prozent der Haushalte betroffen und das sind nicht nur die in der Hohenwischer Straße.

Vorsorglich weist die Behörde noch darauf hin, dass im Bezirk Harburg wie in ganz Deutschland niemand einen Anspruch auf eine „gehobene Leistungsfähigkeit“ habe. Paragraf 78 des Telekommunikationsgesetzes sichere nur einen Anschluss zu, der einen „funktionalen Internetzugang“ ermögliche. „Das ist für die betroffenen Haushalte und vor allem auch für Betriebe in der heutigen Zeit nicht mehr hinzunehmen“, sagt Böhm.

Sie will den Ausbau fördern und verhandelt „aktuell“ mit Netzbetreibern. Gleichzeitig gebe es auch Geld vom Bund, dieser stelle aber „eigene zusätzliche Anforderungen“ an die Förderung. Und wann können die betroffenen Haushalte und Betriebe auf Chancengleichkeit hoffen? Die Behörde ist optimistisch: „Eine Beginn der Bauarbeiten ist für Mitte 2018 angestrebt.“ ag