090821Duwe1Harburg - Nach der Ablehnung der Bildungsrefom in Hamburg melden sich die Politiker zu Wort. Kurt Duwe (FDP) kann sich als Gewinner fühlen. Seine Partei hatte im Gegensatz zu den anderen Parteien, Gewerkschaften

und vielen Verbänden die Initiative "Wir wollen lernen" unterstützt.

"Die Harburgerinnen und Harburger haben abgestimmt und mit dem zweithöchsten Ergebnis aller Hamburger Bezirke den Volksentscheid unterstützt. Jetzt muss endlich Schluss sein mit den fast klassenkämpferischen Vorwürfen der Schulreform-Befürworter", findet Duwe. "Bessere Integration zwischen Stadtteilen bekommt man eben nicht, wenn man Schüler zwangsweise zwei Jahre länger am selben Standort lernen lässt. Gleiche Startchancen müssen die Kinder bereits vor der Schule bekommen durch bessere frühkindliche Bildung. Wir brauchen ein Schulsystem für Frühstarter und Spätentwickler, gerade darum sollten wir uns auf die Stadtteilschulen konzentrieren als zweitem Weg zum Abitur und als Sprungbrett für Heranwachsende mit besonderen sozialen und technischen Kompetenzen. Der gestrige Sonntag war ein guter Tag für die Zukunft der Harburger Kinder", meint Duwe.

CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer gibt sich gelassen. "Das war abzusehen", sagt er zu dem Ergebnis. "Jetzt geht es darum, es umzusetzen." Die Koalition in Harburg sieht Fischer nicht in Gefahr

Ronald Preuß, GAL-Fraktionsvorsitzender ist in doppelter Hinsicht enttäuscht. "Das Ergebnis muss man erst einmal verdauen. Das wird nicht so einfach", sagt Preuß. Auch die schlechte Wahlbeteiligung sieht er als Grund für das Disaster. Jetzt müsse die Schulbehörde schnell ein Konzept erarbeiten. Im Bezirk Harburg gibt es acht Starterschulen, die als Stadtteilschulen die Haupt-, Real- und Gesamtschulen in sich vereinen und die Schüler bei Eignung bis zum Abitur führen. Sie müssen jetzt auf das Ergebnis des Volksentscheids ausgerichtet werden

Der Kreisvorsitzende der SPD, Frank Richter, ist "traurig, dass es nicht geklappt hat. "Wir haben uns hier in Harburg sehr für das gemeinsame Lernen über sechs Klassen eingesetzt", sagt Richter. "Aber wir haben uns auch dafür eingesetzt, dass die Ergebnisse der Volksentscheide eingehalten werden." Man will sich daran halten. Das schlechte Wahlergebnis macht er nicht nur an der Sachfrage fest. Nach seiner Einschätzung haben auch einige Wähler den Senat für seine Politik abstrafen wollen. zv