Harburg – Das wird eine böse Überraschung für viele Hausbesitzer im Bezirk Harburg. Nachdem die Anlieger des oberen Teil des Ehestorfer Wegen mit der Nachricht

über die bevorstehende endgültige Fertigstellung der Straße überrascht wurden, hat der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Kurt Duwe im Rahmen einer Großen Anfrage nachgehakt. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der noch nicht endgültig fertig gestellten Hauptstraße in Hamburg befindet sich im Bezirk Harburg. Sie sind nicht in der sogenannten 70er-Liste enthalten, in der die nicht fertig gestellten Straßen erfasst wurden, für die der Bezirk zuständig ist. Neben dem Ehestorfer Weg, der bereits vor 135 Jahren erstmals urkundlich erwähnt und seitdem nie fertig gestellt wurde, sind folgende Hauptstraßen betroffen:

Ehestorfer Heuweg
Flurstück 1745 ausschließlich bis Landesgrenze

Ernst-Bergeest-Weg
Bremer Straße bis Beutnerring einschließlich

Francoper Straße
Rehrstieg bis Francoper Hinterdeich

Friedhofstraße
Flurstück 3664 ausschließlich bis Flurstück 1388 einschließlich

Fürstenmoordamm
Moorburger Bogen bis Flurstück 3100 einschließlich sowie Brücke über die Hafenbahn ausschließlich bis BAB A7

Hohenwischer Straße
Moorburger Elbdeich bis Haus Nr. 39 (Flurstück 1902) einschließlich

Moorburger Bogen
Stader Straße bis Bostelbeker Hauptdeich

Veritaskai
Schellerdamm ausschließlich bis Westseite Haus Nr. 6

Nincoper Deich
Haus Nr. 34 (Flurstück 1268 ausschließlich) bis Landesgrenze

Nincoper Straße
Im Alten Nincop bis westliche Landesgrenze

Duwe sieht in der geplanten Fertigstellung des Ehestorfer Weges eine Instandsetzung und keine Fertigstellung. Zudem habe er weitere Widersprüche aufgedeckt. Duwe: „Die geplante Grundinstandsetzung soll erschließungsbeitragsrechtlich gar keine Grundinstandsetzung sein. Die Frage nach der Priorität der Erschließung wurde bei der Informationsveranstaltung klar wie folgt beantwortet: diese wäre hoch und auf einer internen Liste so bestätigt. Nun heißt es jedoch, eine Priorisierung finde bei Hauptverkehrsstraßen gar keine Anwendung. Die Liste lässt sich noch weiter fortsetzen. Der Senat hat sich einen Bärendienst erwiesen und sollte schleunigst die Reißleine ziehen und zur Einsicht kommen! Es handelt sich um einen Ausbau und die Kosten dafür trägt an Hauptverkehrsstraßen die Stadt.“ Bislang sollen die Anlieger einen nicht unerheblichen Teil der Kosten zahlen. Am Ehestorfer Weg sind das pro Anliegergrundstück bis zu mehrere zehntausend Euro. zv