Harburg – Im Harburger Binnenhafen gibt es noch jede Menge Potenzial für weiteren Wohnungsbau. Hans Christian Lied, Chef der Stadt- und Landschaftsplanung

im Bezirksamt Harburg, hat jetzt erste Überlegungen für künftige Projekte vorgelegt. Dabei hat er nicht nur freie Flächen markiert, an einigen Standorten muss erst einmal die aktuelle Nutzung aufgegeben werden – wie zum Beispiel beim Gebäude des Handelshofs zwischen Nartenstraße und Treidelweg. Innerhalb der Politik geht man offenbar davon aus, dass der Handelshof in absehbarer Zeit in das ehemalige Fegro-Gebäude an der Schlachthofstraße zieht. Zurzeit wird die Halle allerdings noch als Erstaufnahme für Flüchtlinge genutzt.

Sollte das aktuelle Handelshof-Gebäude eines Tages nicht mehr gebraucht werden, stellt sich Lied dort Wohnungsbau vor. Das dürfte auf Rund der Lärmsituation zwischen Hafen und stark frequentierten Verkehrsadern nicht ganz einfach, aber  machbar sein.

Ähnliches gilt auch ein Stück weiter nördlich in der Straße Hafenbezirk neben der Harburger Schleuse. Dort steht ein Halle der Elbe Werkstätten, die von der „ Arbeitsgruppe Reha-Wiedereinsatz“ genutzt wurde, aber nach Ausfall des einzigen Auftraggebers nicht mehr gebraucht wird. Lied: „Hier könnten städtische Reihenhäuser am Wasser wie in Amsterdam entstehen.“ Seit längerem schon gibt es Pläne, auf der Schlossinsel weitere Flächen für den Wohnungsbau zu nutzen –  unter anderem auf dem Gelände der HPA-Werkstatt oder des Wasserbauspezialisten Heinrich Hirdes GmbH. Lied hat bei Hirdes „eine Bereitschaft zur Verlagerung“ erkannt.

Baudezernent Jörg Penner hatte vor Jahresfrist schon einen „Riegel“ ins Gespräch gebracht, der sich direkt an die neue Drehbrücke zwischen Schlossinsel und Kanalplatz anschließen soll. Dort könnten auch noch einige Wohnungen untergebracht werden, ihre Zahl würde aber durch die Hochspannungsleitung quer über die Schlossinsel stark eingeschränkt.

Die Verdrängung von Hafenbetrieben wird also auch künftig voranschreiten, so dass Rainer Bliefernicht (CDU) im Stadtplanungsausschuss schon einmal vorsichtig auf die Bremse trat: „Wenn wir das besondere Hafenflair erhalten wollten, müssen die Hafenbetriebe erhalten bleiben.“ Womit er hoffentlich nicht gemeint hat, dass einige wenige Betriebe als Alibi für ein vermeintliches Alleinstellungsmerkmal des Binnenhafens  erhalten bleiben sollen.

Nicht zur Sprache kam der jüngste Immobilienatlas der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG, der ein erstaunliches Detail verrät: Südlich der Elbe werden nur im Bereich Binnenhafen hochwertige Eigentumswohnungen mit Preisen von 3000 bis 4000 Euro pro Quadratmeter angeboten. Wohnungen in Heimfeld oder in Marmstorf sind demnach schon günstiger zu haben. ag