ZZZZHarburg – Bekommt das Artcafé von Toro ein Jahr „Galgenfrist“. Zunächst ein Jahr will, darauf hat sich die GroKo verständigt, 20.000 Euro zu dem von der Politik initiierten Café

zuschießen. Das Geld soll aus dem Geldfonds von ECE stammen, der im Zusammenhang mit der Erweiterung des Phoenix-Centers ausgehandelt wurde. Das Geld ist für Maßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt, vor allem der Fußgängerzone gedacht. Ohnehin würde laut Ralf-Dieter Fischer aus dem Geldtopf maximal drei Jahre jeweils 20.000 pro Jahr bereitgestellt werden. Mit 20.000 Euro pro Jahr sind aber ausschließlich die vermuteten Betriebskosten gedeckt. Die sind so hoch, weil das Café mit angeschlossener Galerie eine riesige Glasfront hat und die Heizkosten, es muss zudem mit Strom geheizt werden, entsprechend hoch sind. Damit müsste der Verein, der dem Künstler Toro bei dem Projekt in kaufmännischen Sachen unter die Arme greifen will, mindestens 20.000 Euro pro Jahr für die künstlerischen Aktivitäten aufbringen.

Die Sache hat mehrere Haken. Laut Fischer ist bislang nicht bekannt, welche Kosten tatsächlich entstehen, weil der Politik bislang keine Abrechnungen vorgelegt worden seien. Die Politik, die das Café selbst initiiert hatte, um den aufgehübschten „Schmuddeltunnel“ weiter aufzuwerten und gleichzeitig eine „soziale Kontrolle“ durch Toro zu haben, hat, sollte das Projekt scheitern, gibt es keinen B-Blan, um in dem Tunnel etwas anderes zu platzieren. Auch gibt es keinen Geldtopf, der ein anderes Projekt dauerhaft unterstützen könnte.

Der Verein hat insgesamt 40.000 Euro für das Jahr beantragt. „20.000 Euro reichen um ein Jahr zu öffnen“, sagt Oliver Baur vom Verein. Das seien reine Betriebskosten, die jede Einrichtung dort im Tunnel hätte. „Dann wäre der Tunnel aber nicht bespielt“, so Baur.

Er geht davon aus, dass ein Café im Tunnel oder eine vergleichbare Einrichtung länger unterstützt werden müssen. „Es fehlen alle Voraussetzungen, um dort eine echte Gastronomie einzurichten. Dafür müsse es einen Totalumbau geben. In der jetzigen Form kann man noch Kaffee, Wasser oder ein Glas Wein anbieten. Speisen dort zuzubereiten ist nicht möglich“, so Baur. Davon könne aber kein Betreiber leben. „Die ersten drei oder vier Jahre werde man Unterstützung brauchen. „Alles andere ist unrealistisch“, so Baur. Das Ziel sei es, dass sich bis dahin ein großer Teil der Kosten durch Viermietung und Veranstaltungen  getragen wird. Die Zeit drängt. Lange wird, so die Einschätzung des Vereins, der Betrieb ohne öffentliche Mittel nicht mehr im Tunnel aufrecht erhalten werden können. zv