130716BildHeimfeld - Der Titel der Ausstellung von Christian M. Beier im hit-Technopark, "Der Mensch in jeder Beziehung", lässt vermuten, dass der Mensch mit seiner Sicht

auf sich selbst im Mittelpunkt steht. Dass dies nicht so ist, beweist ein Rundgang durch zwei Galerieetagen.

Ausgehend vom Ich in seiner reinsten Form in dem Bild „Schattenfugen“ zeigt der Maler in diesem Selbstportrait Entwicklungspotenziale auf, die weit über die Selbstbetrachtung hinausgehen. Durch das Schattenprofil der Bilderleisten wird die Verbindung von der Vergangenheit zur Gegenwart hergestellt und so ein Rahmen geschaffen für die gelebte Erinnerung.

Der Zusammenhang zu einem übergeordneten Makrokosmos, der in dem zweiteiligen Gemälde „Am Rande des Rollfelds“ kulminiert, ist offensichtlich und erweitert das Thema der Ausstellung vom Ich hin zu einer die Menschen umgebenden Situation. Die unerfüllten Hoffnungen einzelner Menschen werden symbolhaft als Ansammlung von unterschiedlichen Töpfen gezeigt, die letztlich in einer großen Mülltonne entsorgt werden können. Dazwischen erscheint vordergründig der Lottoschein, quasi aus dem Fiasko herausführend und eine bessere Zukunft verheißend. Gleichzeitig entdeckt der Betrachter am unteren Bildrand eine geöffnete Katzenfutterdose, die unwillkürlich an die Büchse der Pandora erinnert und den antiken Mythos heraufbeschwört.

Der 1944 in Insterburg geborene und in Hameln aufgewachsene Maler Christian Beier zeigt im hit-Technopark neben großformatigen Öl- und Acrylbildern auch eine Reihe von Holzschnitten, die wie die großformatigen Gemälde Themen aufgreifen, deren Nähe zur Werbung unverkennbar ist.

In der Reihe „Körpersprüche“ zeigt er männliche und weibliche Torsi, die wie vernebelt zwar zu sehen sind, deren Wirkung sich aber besonders aus der Entfernung erschließt. Damit greift er ein Phänomen auf, das den Torso als Teil eines Gesamtkunstwerkes und gleichzeitig als autonomes Werk versteht. Die hinzugefügten Textzeilen, deren werbende Botschaft unübersehbar ist, stören den Gesamtzusammenhang nicht, sondern fügen sich nahtlos ein. Wie er selbst sagt, wird Christian Beier „beim Malen angetrieben von Lust und Zwang: Beides beschreibt und konserviert reale und irreale Situationen.“

Die Ausstellung ist bis zum 30. August von Montag bis Freitag in der Zeit von 8:30 Uhr bis  16:30 Uhr geöffnet.. dl