130515MalerHeimfeld - Bis zum 5. Juli, jeweils Montag bis Freitag, 8:30 bis 16:30 Uhr ist im hit-Technopark die Ausstellung des Malers Wolf-Henry Gentsch (Foto) zu sehen.

Der Künstler greift in seiner Ausstellung im hit-Technopark mit dem Titel „Kunst verbindet ... Elemente“ kulturtheoretische Überlegungen auf, die sich mit dem übergeordneten Thema „Von der Natur zur Zivilisation“ beschäftigen. Dabei setzt er auf eine Bildsprache, die den Menschen auf seine Natur zurückführt und ihn vielfach unbekleidet zeigt. Im Mittelpunkt seiner Bilder stehen die vier Elemente, Wasser, Erde, Luft und Feuer und das auf das Elementare zurückgeführte Individuum, das den Elementargewalten ausgesetzt ist und sich darin behauptet.

Einen besonderen Schwerpunkt legt Gentsch dabei auf das Element Wasser. Wasser, das buchstäblich alles durchfließt, Kontinente umgibt und einen wesentlichen Teil in uns ausmacht. Es befindet sich als Wolke in der Luft, fällt als Regen auf die Erde zurück und löscht Feuer und wird so zu einer Klammer, die ganz konkret in vielen Bildern von Wolf-Henry Gentsch als Hintergrund am Strand oder als
zentrales Medium im Meer wirkt.

Viele der Figuren, die der Maler in seinen Bildern zeigt, bewegen sich in Gruppen oder paarweise und sind wie Skulpturen im Raum platziert. Ausgeprägte Emotionen, wie beispielsweise  130514Bilddie der Freude in dem Gemälde „Ein Sommertag mit der Freundin“, werden dargestellt. Einige Bilder lassen den Betrachter dennoch seltsam unbeteiligt oder dargestellte Alltagsszenen erscheinen unwirklich. In seinem Bild „Der Aufstieg“ wird das Erdige in Form eines Berges thematisiert, der von einer Gruppe von Menschen bestiegen wird. Sie grenzen sich durch Kleidung von den Elementen ab und wirken angesichts einer rauhen und lebensfeindlichen Natur klein und verletzlich. Der Gegensatz von unverrückbarem Stein als Garrant für Verlässlichkeit und Kontinuität und ziehenden Wolken, deren Vergänglichkeit einen größtmöglichen Widerspruch herstellt, könnte größer nicht sein. Mit diesen beiden Mitteln der Landschaftsästhetik dokumentiert Wolf-Henry Gentsch seine Sicht auf die Elemente und verweist so auf die Unendlichkeit und Zerbrechlichkeit der Natur gleichermaßen.

Abweichend von einer unmittelbaren Deutung der Elemente Wasser, Luft und Erde zeichnet Gentsch symbolhaft durch die Farbe Rot: das Feuer. Dabei spielt  Kleidung als Farbträger eine hervorgehobene Rolle, z.B. in seinem Triptychon „Die drei Grazien“, das alle Elemente in sich vereint und so die Macht der Natur symbolisiert und in sich bündelt. Einer Natur, deren Schönheit bewundert wird und die gleichzeitig durch die Elemente auch angstauslösend sein kann. Aus dieser Erkenntnis entwickeln zeitgenössische Kulturtheoretiker wie Hartmut Böhme die Hypothese, dass Technik eine Unternehmung zur Vertreibung der Angst vor der Natur ist und damit Religionen ersetzen könnte.

Mit seiner leidenschaftlichen Farbigkeit und einer hochkultivierten Maltechnik, die an die Maler der Renaissance erinnert, verbindet der 1954 geborene Wolf-Henry Gentsch zwei wesentliche Strömungen der Leipziger Schule und entwickelt so eine ganz eigene Bildsprache.

Seine künstlerische Arbeit beschreibt er mit den Worten: „Eine gute Arbeit zeichnet sich durch Bescheidenheit aus: in der Arbeit, in den Mitteln und in der Ausführung.“