121102HansenHarburg - Kaum zieht sich der langjährige Harburger Bundestagsabgeordneter und frühere Hamburger Erster Bürgermeister Hans Ulrich Klose aus der Politik zurück, ändert sich auch in seinem Wahlkreis einiges – und

zwar nicht gerade zum Positiven. Diesen Eindruck hat CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer.

In der Bezirksversammlung erinnerte er daran, dass Klose wenige Tage vor seinem Rücktritt als Bürgermeister noch schnell die Senatsdrucksache zur Gründung des Stadtteil-Kulturzentrums Rieckhof  auf den Weg gebracht hatte. Und nun, am Ende von Kloses Politikkarriere beginne seine Partei, das Erfolgsmodell Rieckhof zu demontieren.

 

Der Harburger DGB-Vorsitzende Detlef Baade hatte die Abgeordneten in der Bürgerfragestunde um eine Stellungnahme zur Zukunft des Rieckhofs gebeten. Alle bekannten sich zum Rieckhof, ohne „wenn und aber“. Man musste schon genauer hinhören, um die kleinen, aber möglicherweise entscheidenden Unterschiede wahrzunehmen.

So beteuerte SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath zwar: „Wir stehen zum Rieckhof. Und das haben wir auch nie in Frage gestellt.“ Aber als Heinke Ehlers von den Grünen vermute, es gehe der SPD vielleicht ja gar nicht um den Rieckhof, sie habe vielmehr ein Problem mit dem Trägerverein und dessen Angestellten, den aufmüpfigen Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen (Foto), schwieg die SPD.

Aber auch die FDP, die Hansen bis vor rund einem Jahr treu zur Seite stand, seine Geschäftsführung in den letzten Monaten aber auffallend heftig kritisiert hatte, gab sich unschuldig. „Wir wollen dem Rieckhof doch nur helfen, wirtschaftlicher zu arbeiten“, sagte die Nachwuchs-Liberale Viktoria Pawlovski. Wie das gehen könnte, davon hat Sabine Boeddinghaus von der Linken ein konkrete Vorstellung: „Es ist ein absolutes Unding, dass der Rieckhof einen großen Teil der Fördersumme gleich wieder als Miete für die Immobilie an die Stadt zurücküberweisen muss. Und dass die Stadt als Vermieter keinen Cent für die Instandhaltung ausgegeben hat, dies dafür alles dem Rieckhof aufgehalst hat.“ ag