121003Wand2Heimfeld – Wenn es gut läuft, dann kann in sechs bis acht Wochen am Bostelbeker Hauptdeich gefeiert werden. Denn jemand hat die Absicht eine Mauer zu bemalen. Der Plan: die Flutschutzmauer, die sich von der Moorburger Straße parallel der Bahngleise an der Sackgasse entlang zieht, soll ein Kunstwerk für werden. Dahinter steht der Verein GroßstadtRaum, der mit seiner Party „Butta Bei Di Fische 2.0“ im Stellwerk schon einmal erstes Geld sammelte, damit es rund geht, wenn das Projekt umgesetzt wird. „Wir haben den Antrag abgeschickt und warten auf eine Freigabe“, sagt Alex. Bislang besteht die Chance, dass zumindest ein Teil der Flutschutzmauer vom zuständigen Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) freigegeben wird. Kunstlos soll der vordere Teil der Mauer bleiben, der am Fluttor beginnend sich Richtung Harburg zieht. Der hintere Teil wird voraussichtlich als betonharte Leinwand freigegeben. Alex findet das etwas schade. Dort ist die Mauer nicht von der Bahnstrecke aus einsehbar. „Der vordere Teil der Wand wäre ein prima Aushängeschild gewesen“, sagt er. Absehbar wird aber nur der hintere Teil freigegeben. So wird man sich, wenn alles klappt, in das bisherige „Niemandsland“ zwischen Seehafenstraße Unterelbestraße bequemen müssen, um Kunst an der Flutschutzmauer erleben zu können.
Malen kann nach dem offiziellen Start dort, wer es sich zutraut. „Vereinsmitglieder haben natürlich die Berechtigung. Wer sich nicht binden will, wird sich eine Genehmigung aus dem Internet runterladen können“, sagt Alex. Das Projekt ist auf temporäre Kunst ausgelegt. Drei Tag soll jedes Werk mindestens zu sehen sein, bevor der nächste Künstler es übermalen darf. Damit die richtig guten Werke nicht gleich wieder verschwinden, wird ein „Anfängerbereich“ eingerichtet. Dazu setzt Alex auf den Kodex der Szene, der auf Respekt aufgebaut ist. „Man übermalt nichts, was man nicht selbst qualitativ ersetzen kann“, sagt er. So werden die besonders guten Werke länger zu sehen sein. Es wird aber auch immer Neues zu entdecken geben. Das ist ein spannendes Konzept, das die Wand weit über die Grenzen Harburgs hinaus interessant machen dürfte. zv