100909Rieckhof{jcomments on}Harburg - Der Rieckhof hat kaum noch eine Chance. 700.000 Euro, so interne Berechnungen der Verwaltung, würde die komplette Sanierung des Veranstaltungszentrums kosten. Dabei

 geht es nur um den Brandschutz, der durch die Versammlungsstättenverordnung geregelt ist. Woher das Geld kommen soll ist völlig unklar. Schon die Anfrage über 250.000 Euro, welche ursprünglich für die Sanierung angesetzt waren, hatte die Finanzbehörde "glatt abgelehnt".

So wird der Rieckhof von der Stadt jetzt auf den Stand von 1984 gebracht. Konkret geht es um die Brandschutzklappen im Dach, die wieder funktionstüchtig gemacht werden sollen. "Der Auftrag ist bereits vergeben", sagt Sozialdezernet Holger Stuhlmann. Noch in diesem Monat soll die Reparatur erfolgen. Dann können im Rieckhof wieder Veranstaltungen mit bis zu 400 Besuchern durchgeführt werden.

Doch die können den Rieckhof kaum am Leben halten, der seit seiner Gründung jährlich konstant eine Zuwendung in Höhe von 665.000 Euro bekommt. Weil die Kosten immer weiter steigen, wurden laut Geschäftsführer Jörn Hansen in den vergangenen Jahren bereits sechs Stellen nicht wieder besetzt. Letztendlich fehlt es am Geld. Das ist angesichts der anstehenden drastischen Sparmaßnahmen nicht in Sicht. "Es ist ein denkbar ungünstiger Augenblick", sagt Stuhlmann zu dem Finanzierungsproblem. Das ein privater Investor kommt, scheint aussichtslos. Nicht umsonst ist der Rieckhof noch im Besitz der Stadt. Es gibt keine Käufer für diese Art von Immobilie, die auf Pump finanziert wurde. So erklärt sich auch die hohe Miete, die diese Kosten nach dem System "linke Tasche, rechte Tasche" rechnerisch mit auffangen muss.

So dürfte das Veranstaltungszentrum auf nicht absehbare Zeit zur "Piffelbude" werden, weil große, attraktive Veranstaltungen, nicht mehr durchgeführt werden können. Am Ende dürfte die Frage gestellt werden, ob der Rieckhof noch zeitgemäß ist. zv