zvNeugraben - Seine Graffiti haben den Neugrabener Gerrit Fischer unter den Namen Brozilla bekannt gemacht. Er stellte

bereits im hit-Technopark aus oder gestaltete die Wand an der Kuhtrift, um nur zwei lokale seiner vielen Aktionen zu nennen. Jetzt läutete der Urban Art Künstler die Geburtsstunde des Graffiti in Namibia ein. Das Land ist in Sachen dieser Kunstform einer der wenigen weißen Flecken auf den Landkarten dieser Erde. Trotz der unmittelbaren Nähe zu Südafrika und den gewachsenen Graffitiszenen in Kapstadt und Johannesburg und obwohl der  regen Tourismus seit Jahrzehnten boomt, ist der Bevölkerung “Graffiti“ ein Fremdwort.

Vier Monate dauerten die Vorbereitungen für die Aktion, die von dem Norderstädter Bernhard Luther, der seit Jahren mit dem „San Solar school project“ bedürftige Schulen in Namibia mit Solarenergie ausstattet, sowie dem ASB Ortsverband Hamburg Mitte und der namibischen NSDO unterstützt wurden. Warum Brozilla nach Namibia ging, ist schnell erklärt. Obwohl Namibia als einer der aufstrebenden Afrikanischen Staaten zählt, liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 50 Prozent der Bevölkerung und die Armut ist groß. "In der Vorbereitung wurde deutlich, dass in den Townships von Windhoek viele junge Menschen leben, die mit den unterschiedlichsten Begabungen schlichtweg keine Beschäftigung haben. So entstand die Idee, einen kostenlosen Graffiti-Workshop in den Räumen der NSDO anzubieten", so Gerrit Fischer.

Die Workshops wertet der Urban Art Künstler Urban Art Künstler als großen Erfolg. Im Laufe des Workshops seien die Jugendlichen zu einer Gruppe zusammen gewachsen und hätten sich vom ersten Zeichnen bis zu Wandgestaltungen mit dem Thema Graffiti theoretisch und praktisch auseinander gesetzt.

„Das hat riesig viel Spaß gemacht! Es ist aber auch belastend zu sehen, das die Jugendlichen Graffiti lernen wollen um Geld zu verdienen. In Deutschland sprühen Jugendliche in erster Linie als Hobby, aber wer mit seiner Familie in einer Wellblechhütte am Stadtrand lebt, hat andere Sorgen als sich in der Freizeit zu beschäftigen“, so Fischer.

Für seine eigene künstlerische Arbeit war dann allerdings auch noch Zeit. Krönender Abschluss der dreiwöchigen Reise war die von der namibianischen Eisenbahngesellschaft transnamib genehmigte Umgestaltung eines Bahnwagons. Des ersten besprühten Zuges in Namibia überhaupt.

„Diese rollende Leinwand wird sich ab jetzt auf den Gleisen zwischen Namibia und Südafrika bewegen und den Leuten zeigen was für eine großartige Kultur das Graffitisprühen ist, bisher gab es auch nur beifallklatschende Reaktionen"
, freut sich Fischer. Schon für nächstes Jahr plant er einen durch Spenden finanzierten Container  mit Sprühdosen zu bestücken und das Projekt weiter wachsen zu lassen.