100506Kunst2Harburg - Interieur heißt der Titel der Werkschau von Andreas Schulze, die von Sonnabend an bis zum 27. Juni in der Sammlung Falkenberg zu sehen ist. Sammler haben oft nur ein Werk des Kölner Künstlers - aus Platzgründen. Es sind ausnahmslos

großformatige Bilder, teilweise auf mehreren Leinwänden nebeneinander. Am Donnerstag war die Vernissage in der Phoenixhallen, zu der gut 650 Kunstinteressierte nach Harburg gekommen sind. Schade: Harburger sind auf solchen Veranstaltungen bei Falckenberg recht selten zu finden. Was die Gäste zu sehen bekamen, beschreibt der Aussteller so:

Die Kunst des 54jährigen Andreas Schulze war und ist im besten Sinne unzeitgemäß. Nie hat er sich um die Trends im Betriebssystem Kunst geschert. Schulze malt Dinge, eigentümlich großformatige, farbintensive Motive mit Ornamenten, Kugeln, quadratischen und rechteckigen Formen, meist perspektivisch angelegt. Und er gestaltet Räume, Wohnzimmer mit Mobiliar, Lampen, Teppichen und Geschirr. Es sind Einblicke in eine altmodisch-naive Welt deutscher Gemütlichkeit, ein Design fernab modernistischer Vorstellungen.

Für die theorieorientierte, auf Gesellschaftsrelevanz setzende Kunst der 1970er und die politisch ausgerichtete Kontextkunst der 90er Jahre war Andreas Schulze kein Thema. Seine Zeit als Erfinder neuer bildhafter Welten schien gekommen, als sich in den 1980er Jahren unter dem Stichwort „Hunger nach Bildern“ eine Renaissance der Malerei konstituierte.

Es ging um die Mülheimer Freiheit, die jungen Wilden und international um Kunst der Transvanguardia. Andreas Schulze hat mit den Künstlern der Mülheimer Freiheit zusammengearbeitet und an deren Ausstellungen teilgenommen. Aber er blieb künstlerisch Außenseiter und persönlich Einzelgänger.

Die neo-expressionistische Haltung dieser Jahre mit ihrem Hang zum Hedonismus und zur Selbstdarstellung war nicht seine Sache. Er ist seiner Überzeugung, den „Dingen“, bis heute treu geblieben, dies auch gegenüber den neo-romantischen Tendenzen der Malerei der letzten zehn Jahre. Menschen haben in seinem Werk keinen Platz. zv

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