151003KunstHarburg – „Meine Frau malt jetzt auch“ ist so ein Satz der schelmisch einen Typus von Gattinnen aus besser situierten Verhältnissen beschreibt, die nach Kind und Kegel

auf der Suche nach dem Sinn ihres geregelten Lebens zum Pinsel greifen. Bei Annette Wiese kann man diesen Spruch getrost stecken lassen. Der Frau eines handwerklichen Malers ist der Drang zum Malen nicht erst in die Ehe gelegt. Es ist ein Prozess, der bereits in ihrer Kindheit begonnen hat. Dabei gelingt ihr heute die Kunst Kunst auch vielen Menschen näher  zu bringen, die nicht zur eingefleischten, fest umrissenen Kunst-Szene gehören. Zu ihrer Vernissage in der Villa Harburg kamen mehr als 100 Gäste, die die Werke der Neugrabenerin sehen wollten. Die historische Villa empfahl sich dabei als Gelegenheits-Galerie. Die herrschaftlichen, gut erhaltenen Räume der Gründerzeitvilla, die lange Bar und viel Platz für die Werke von Annette Wiese machten den Abend rund. Ihre Bilder hingen zahlreich an den Wänden. Figürlich, abstrakt, in den Farben kräftig, mal gedeckt. Vielfältig aber nicht beliebig. Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte. Oftmals sehr persönlich.

151003Kunst2
Annette Wiese mit ihrem Werk "Ziemlich beste Freunde". Foto: zv

I-Tüpfelchen der Vernissage: Der Auftritt von Ann Sophie. Sie ist eine Freundin der angehenden Schwiegertochter der Künstlerin. Die Sängerin und Songwriterin, die beim Eurovision Song Contest in Wien mit dem Titel „Black Smoke“ vergangenen Mai Null-Points bekam, war aus New York gekommen und zeigte live, dass man auch für einen letzten Platz bei dem Liederwettbewerb verdammt gut bei Stimme sein muss. Das Publikum war begeistert.

151003Kunst3
Sängerin Ann Sophie in der Villa-Harburg. Foto: zv

Und auch die Künstlerin war begeistert. Nicht nur weil viele Leute kamen. Ihre Kunst kam an. Nicht als Lippenbekenntnis. Sonder so richtig. Anette Wiese hat bei der Vernissage gleich mehrere ihrer Werke verkauft. zv

Veröffentlicht 4. Oktober 2015