Man hatte sich viel vorgenommen. Aber aus Sicht der Vorzeigedamen der SG Harburg Baskets sah es lange nach einer drohenden Niederlage in der 1. Regionalliga Nord aus. Bei City Basket Berlin vermochte man es einfach nicht Jessica Doering (25 Punkte) zu stoppen, die in der ersten Halbzeit allein 18 Punkte erzielte. Das Ausnahmetalent traf aus allen Lagen und verhalf somit ihrer Heimmannschaft zu einer komfortablen 37:26-Führung vor dem Seitenwechsel und machte den Baskets das Leben schwer.

Da keine Defensivstrategie half und auch offensiv für die Harburgerinnen nicht viel zusammen lief, ließen einige Akteurinnen von den SG-Coaches Denis Mangkod und Ron Tietgen beim Gang in die Kabine zur Halbzeitpause schon die Köpfe hängen. Das Donnerwetter des sportlich Verantwortlichen der Baskets blieb überraschenderweise aus. Mangkods Stimme in der Ansprache blieb ruhig und besonnen mit der Anmerkung, dass er sich das Geschrei für das Geschehen auf dem Spielfeld in der zweiten Halbzeit aufsparen wolle. Inhaltlich ging es in der Ansprache um Kampf, Verantwortung und Selbstvertrauen.

Bei den SG-Spielerinnen kam die Nachricht an. Doch passieren sollte zunächst nichts. Zwar konnte Sandra Knauer, jetzt auf sie angesetzt, ihre Gegenspielerinnen Doering endlich kontrollieren und sie bei zwei mageren Pünktchen im dritten Viertel halten, doch bot sich den Zuschauern ein offener Schlagabtausch. Coach Mangkod agierte fast zwanzig Minuten energischer und vor allem lautstark an der Seitenlinie, dirigierte seine Defensive und avancierte in gewisser Weise zum sechsten Spieler auf dem Feld. Nach einem 14-Punkte-Rückstand kam dann die Wende. An der starken Zonenverteidigung bissen sich nun die Korbjägerinnen aus der Bundeshauptstadt die Zähne aus und die Baskets holten angeführt von einer leistungsexplodierenden Annika Eichler (15) Punkt um Punkt auf. Nach einem 22:2-Lauf gingen die Baskets spät in Führung. Berlin bäumte sich nochmal einmal auf und glich aus. Doch zwei erfolgreiche Dreipunktwürfe von Kathrin Weiler (10) und sicher verwandelte Freiwürfe von Melanie Koppel in den letzten Sekunden begruben Berlins Hoffnung auf einen Sieg im Abstiegskampf endgültig. Eine durchgehend starke Lesitung zeigte Routinier Karen Peters mit 22 Punkten. Außerdem zweistellig punktete Ina Bergmann (10) in wichtigen und toll umkämpften Phasen.

Der Freudentaumel nach dem Schlusssignal war riesengroß. Die Harburg Baskets haben nun mit je sechs Siegen und Niederlagen ein ausgeglichenes Punktekonto und sind auf den fünften Tabellenplatz geklettert. Am Sonnabend geht es zum SC Rist Wedel, 16:00 Uhr. Das Viertelfinale des Hamburger Pokals steht an.

In der Regionalliga geht es für Harburg erst am 2. März (19:30 Uhr, am Pavillon) gegen den SC Alstertal/Langenhorn weiter. dl