Mitarbeiter von Hamburg Port Authority (HPA) haben offenbar über Jahre systematisch Schrott unterschlagen und ihn verkauft. Abnehmer war ein Altmetallhändler auf der Peute. Seit 2009 kassierten die Täter mehr als 300.000 Euro.
Nach einem Hinweis aus dem Unternehmen hatte die Wasserschutzpolizei bereits vergangenen November die Ermittlungen übernommen. Damals beobachteten sie einen Fahrer (50), wie der mit einem Firmenlaster zu dem Schrotthandel fuhr und alte Schienen ablud. In den folgenden Monaten erhärteten die Ermittlungen den Verdacht, dass im großen Stil Altmetall unterschlagen wird. Am 9. März schlug die Polizei zu, nachdem ein zweiter Fahrer (50) dort kurz zuvor Schrott ablieferte.

Bei Hermann S. wurden zwei Schrottverkaufsbelege von jeweils knapp unter 1.000 Euro entdeckt. Der Mann behauptete, dass er den Großteil des Geldes abliefere und es in einer Abteilung der HPA eine „schwarze Kasse“ gebe. Dieser Verdacht konnten nicht erhärtet werden. Bei einer Durchsuchung fanden Beamte keinen Hinweise, die die Behauptung erhärtet hätten.

Erhärtet hat sich der Verdacht, dass bei HPA in großem Stil Altmetall unterschlagen wurde. Beteiligt sollen nicht nur die beiden ertappten Lastwagenfahrer sein. Über 1.700 Tonnen wurden seit 2009 von den Tätern nachweisbar „versilbert“. Über 300.000 Euro wurden dafür kassiert. Das „Geschäft“ hatte sich für die Täter über die Jahre immer mehr rentiert. Dafür sorgten die steigenden Metallpreise.

Kassierten die Täter 2009 durchschnittlich noch rund 122 Euro pro Tonne Altmetall, strichen sie im vergangenen Jahr über 200 Euro pro Tonne ein. So kamen sie 2011 auf eine Beute von knapp 150.000 Euro. HPA hat sofort reagiert. Mitarbeiter wurden freigestellt, ein Lkw-Fahrer ist bereits entlassen. Weitere Entlassungen sollen folgen. zv