Wilhelmsburg - Weil es eine mit einem gefährlichen Langzeitzünder bestückte Bombe war, musste am Freitagnachmittag noch während des Feierabendverkehrs ein Bombenblindgänger nahe der A1 entschärft werden. Die Autobahn war deshalb von 15 Uhr bis 16.12 Uhr zwischen Harburg und dem Kreuz Süd gesperrt.

Der Blindgänger war ein „Zufallsfund“. Eigentlich sollte ein bei gezielten Sucharbeiten entdeckter „Zerscheller“, eine Fliegerbombe, die beim Aufprall nicht explodiert, deren Stahlhülle aber aufgerissen wurde, weggeschafft werden. Dabei wurde eine amerikanische 500-Pfund schwere zweite Bombe entdeckt. Sie war mit den gefährlichen Zünder ausgestattet, bei dem ein gespannter Schlagbolzen von Zelluloidplättchen gehalten wird. Die werden durch eine bei dem Abwurf freigesetzte Lauge zersetzt und sollten Stunden später detonieren. Der Zweck: so sollten nach den Luftangriffen mit Brandbomben Löscharbeiten behindert werden.

Weil der Zündvorgang bei solchen Bomben auch nach Jahrzehnte durch eine Bewegung ausgelöst werden kann, müssen sie immer schnellstmöglich entschärft werden. Deshalb konnten die Experten vom Kampfmittelräumdienst nicht mit ihrer Arbeit warten, bis der Feierabendverkehr durch war.

Die Entschärfung selbst wurde durch einen Wassereinbruch in das Erdloch behindert, in dem die Bombe lag. So verzögerten sich die Arbeiten noch einmal um etwa 15 Minuten. Um 16.12 Uhr hatte der Sprengmeister die Fliegerbombe unschädlich gemacht. Um 16.2 Uhr konnte die A1 wieder freigegeben werden. zv

Veröffentlicht 15. April 2016