Harburg - 40.000 Paletten, die eigentlich ausgesondert werden sollten, stehen am Anfang eines der erfolgreichsten Harburger Unternehmer der Nachkriegsgeschichte. Heute ist das von Horst Mönke und seiner Frau Brigitte gegründete Unternehmen Paletten Service Hamburg AG zu einer Unternehmensgruppe angewachsen, die einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielt. Am Ruder sind die drei Söhne und zwei Enkel der 2013 und 2015 verstorbenen Firmengründer.

An sein erstes Geschäft konnte sich Horst Mönke gut erinnern. 2013 erzählte er auf einer Firmenveranstaltung, wie er die 40.000 Paletten kaufte, bei Wallmann einlagerte und sie dann am Wochenende und nach Feierabend mit seiner Frau sortierte und reparierte, wie er die ersten 10.000 Paletten für je 4 Mark verkaufte und dann auf der Rechnung sitzen blieb.

Der Clou war ein anderer. Mit dem Gedanken noch brauchbare Paletten nicht zu vernichten - sie wurden damals in der Regel verfeuert - sondern gegebenenfalls aufzuarbeiten und weiter zu benutzen, machte er das, was man heute so landläufig "nachhaltig" nennt. Damals bekam man solche Paletten an der "Abfallbörse". So war es auch nicht abwertend, sondern eine Stilblüte der Zeit, wenn einer der ersten Berichte über das Unternehmen unter dem Titel "Männer, Müll, Moneten" erschien.

Das am 18. April 1972 gegründete und 1974 in den heutigen Namen Paletten Service umbenannten Familienunternehmen, wurde in den folgenden Jahrzehnten eine Firmengruppe. 1979 gründeten die Mönkes, neben dem Vater waren bereits die drei Söhne Ingo, Guido und Heiko im Unternehmen, die Lagerhaus Harburg Spedition GmbH. Weitere Firmen folgten. Um die Jahrtausendwende wurde Paletten Service Hamburg zur AG, unter deren Dach das Unternehmen PaLog als Dienstleister für die Bereitstellung und Rücknahme von Paletten, Yellog, ein Logistikunternehmen mit sechs Standorten in Deutschland und Polen, oder Mavo, ein Unternehmen, das unter anderem Berufskleidung anbietet.

Die neuste Firmengründung ist die Aqua²Dock GmbH, die für den Büro- und Hotelneubau auf dem Firmengelände an der Blohmstraße steht. 2023 soll Baubeginn sein.

Das Unternehmen ist in Harburg geblieben. In der Blohmstraße steht die Firmenzentrale, in der auch die Enkel der Gründer, Dominik und Maxime Mönke arbeiten. zv