Sparkasse

Harburg - Trotz Corona-Jahr zieht die Sparkasse Harburg-Buxtehude für das Geschäftsjahr 2020 eine positive Bilanz. "Unsere Bilanzsumme stieg um 3,7 Prozent auf nunmehr 4,33 Milliarden Euro. Das Kundenkreditvolumen stieg auf 3,56 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um einen Anstieg von 1,6 Prozent. Auch unsere Kundeneinlagen haben erneut ein Wachstum zu verzeichnen. Sie erhöhten sich um 6,7 Prozent auf insgesamt 3,46 Milliarden Euro", so Vorstandssprecher Andreas Sommer. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 7,5 Millionen Euro.

Einige Entwicklungen überraschen nicht. Das Immobiliengeschäft boomt. Das Geschäft in der Metropolregion Hamburg wurde selbst durch das Corona-Virus nicht ausgebremst. "Im Gegenteil", so Sommer. "Das niedrige Zinsniveau und der erhebliche Anlagedruck, der zu einer stabil hohen Nachfrage nach Immobilien führt, wirken preistreibend."

Mit einem Verkaufsvolumen in Höhe von 97 Millionen Euro sowie einem Courtage-Volumen in Höhe von 4,4 Millionen Euro habe man erneut ein sehr gutes Ergebnis realisiert. Erstmalig habe man in 2020 auch das Volumen von einer Milliarde Euro bei der Finanzierung von Bauträgern und Immobilieninvestoren überschritten.

Auch keine Überraschung: Kunden der Sparkasse zahlen immer mehr mit Karte. 33 Prozent mehr Transaktionen als noch 2019 wurden im vergangenen Jahr festgestellt.

Auch das angesichts der andauernden Niedrigzinsphase Fondssparen beliebter wird, überrascht nicht. Über 5000 solcher Geldanlagemodell wurden letztes Jahr bei der Sparkasse abgeschlossen. Insgesamt nahm das gesamte Wertpapiergeschäft zu, was ein Provisionsergebnis von 36 Millionen Euro brachte.

Nicht so gut für die Sparkasse: Es wird weiter konventionell gespart. 3,457 Milliarden Euro liege dort auf der "hohen Kante" der Kunden. Das ist Geld, für das die Sparkasse bei der EZB Negativzinsen bezahlen muss. Deren Weitergabe an die Bestandskunden will man weitgehend vermeiden, ohne gleichzeitig "Opfer" einer Einlagenflut zu werden. Wer zukünftig als Neukunde Geld bei der Sparkasse anlegt, muss dagegen damit rechnen ab einer bestimmten Summe auch die Kosten dafür zu tragen.

Das Engagement für die Region wurde von der Sparkasse Harburg-Buxtehude trotz Corona aufrecht erhalten. "Mit 120.000 Euro haben wir Vereinen, die durch Corona in Not geraten sind, unter die Arme gegriffen", so Sommer. Insgesamt seien knapp 1,2 Millionen Euro an Spenden und Sponsoring in die Region geflossen.

Die Zukunftsaussichten sind gemischt. "Trotz diverser Hilfspakete des Bundes gehen wir von einer Insolvenzwelle aus, die mit ein bis zwei Jahren Verzögerung zum Tragen kommen wird. Es ist also nicht die Frage, ob wir als Sparkasse hiervon betroffen sein werden, sondern wann und wie intensiv", so Sommer.

Bislang sei man von Forderungsausfällen, also nicht zurückgezahlter Kredite, verschont geblieben. Für die kommenden zwei Jahre hat man aber vorsorglich jeweils 10 Millionen Euro eingeplant, um solche Ausfälle zu decken. zv