Moorburg - Abkassiert und abgestöpselt. Das Kohlekraftwerk Moorburg ist, wie der Konzern Vattenfall mitteilte, bereits im Dezember vom Netz gegangen.

Zuvor hatte sich Vattenfall in einer Art Versteigerung zur Abschaltung von Steinkohlekraftwerken in Norddeutschland bei der Bundesnetzagentur beworben und den Zuschlag bekommen. Was an Vattenfall für das Aus von Moorburg, das bis zum endgültigen Kohleausstieg 2038 hätte weiter laufen können, gezahlt wurde, blieb geheim.

Das Kraftwerk war erst 2015 nach rund zehn Jahren Planungs- und Bauzeit ans Netz gegangen. Kosten: Rund drei Milliarden Euro. Die Möglichkeiten der Anlage, die eines der modernsten Kohlkraftwerke der Welt ist, wurde nie ausgeschöpft. So wurde Moorburg nie für die Versorgung mit Fernwärme genutzt.

Das Vattenfall sich von dem Kraftwerk trennen will, liegt auch daran, dass ein Betrieb ohne Nutzung der Fernwärmekapazitäten nicht profitabel sein dürfte. Andererseits haben Gerichtsurteile den Betreib immer weiter eingeschränkt.

Nach den Ideen der  Wirtschaftsbehörde und der Umweltbehörde könnte der Kraftwerksstandort  mit seinem Hochspannungsanschluss genutzt werden, um dort „grünen“ Wasserstoff mithilfe von Windkraft zu erzeugen, aus dem Strom ewonnen wird.

Vorher wird aber noch entschieden, ob das Kraftwerk "als strategische Reserve" stehen bleibt. zv