Harburg - "Wir sind gut durch die Krise gekommen.

Und das sogar besser als vermutet. Das macht optimistisch für das zweite Halbjahr." Das ist der Kern des Fazits, das Andreas Sommer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude zog. Eine zweite gute Botschaft: Die Sparkasse wird ihr Engagement in der Region wie geplant fortsetzen. Das bedeutet, dass sie als Sponsor für viele Vereine, Veranstaltungen oder soziale Einrichtungen komplett ihren Zusagen nachkommen will. Dazu gibt es eine Extrahilfe von 100.000 Euro für in Schieflage geratene Vereine.

Wirtschaftlich läuft es. Wenn auch teilweise anders. Der bargeldlose Zahlungsverkehr hat, durch Corona, einen Höhenflug erlebt. Die Zahl der Transaktionen ohne scheine und Münzen, die die Sparkasse abwickelte, ist im ersten Halbjahr um 33 Prozent auf 5,22 Millionen gestiegen. Gut läuft es im Immobiliengeschäft. Die Nachfrage ist ungebrochen. Corona könnte auch dafür gesorgt haben, dass gerade der Speckgürtel Hamburgs für Familien deutlich interessanter als Wohnlage geworden ist. Es ist eben schöner mit Garten in Quarantäne zu sein. Zudem haben neue Arbeitsrealitäten, Stichwort "Homeoffice", den Focus verschoben.

Schön für die Sparkasse: Das Kreditgeschäft läuft - und: Es gibt bislang keine besonderen Kreditausfälle durch zahlungsunfähige Kunden zu beklagen. Auch die Zahl der Kredite, die für drei Monate ausgesetzt wurden, hielt sich in überschaubarem Rahmen. Allerdings sagte Sommer auch: "Wir sind erst am Anfang der Folgen der Coronapandemie. Man muss wachsam bleiben." Die Geschäftsentwicklung hänge davon ab, wie lange die Wirtschaftskrise durch Corona anhalte

"Abgeschminkt" haben sie die Finanzspezialisten, dass Zinsen für Guthaben als Einnahmequelle auf absehbare Zeit wieder eine Rolle spielen werden. Das bringt dann auch ein eher unbeliebtes Thema auf den Tisch: Ende November werden rund 5500 Prämiensparverträge von etwa 4500 Kunden gekündigt. "Die Bedingungen haben sich radikal verändert", sagt Vorstandsmitglied Sonja Hausmann. "Die Welt, wie sie einmal war, haben wir nicht mehr. und sie wird auch nicht wiederkommen."

Damit entledigt sich die Sparkasse eines enormen Kostenfaktors. Denn für das Geld muss die Sparkasse bei der Zentralbank Negativzinsen zahlen. Die Gelder der Prämiensparer machen dabei stattliche 90 Prozent der Kosten der Passivzinsen aus, die Sparkasse Harburg-Buxtehude tragen muss.

Auch diese Nachricht hatte das Team um Sommer und Hausmann dabei: In den nächsten zwei bis drei Jahren ist, trotz geändertem Kundenverhaltens, nicht daran gedacht Standorte aufzugeben. zv

Holger Iborg, Sonja Hausmann, Andreas Sommer und Bodo Ihlenburg (v.l.), das Vorstandsteam der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Foto: André Zand-Vakili