Harburg – Auch die Antworten des Bezirksamt auf die Kleine Anfrage der FDP-Bezirksabgeordneten Viktoria Isabell Ehlers zum geplanten Neubau „HAR6“ auf dem Grundstück des ehemaligen Harburg-Centers haben nicht für Klarheit gesorgt. Nach wie vor ist offen, wann es mit dem Bau des geplanten  Wohn- und Geschäftshaus mit rund 200 Mikroapartments und rund 30 Wohnungen losgeht. Nach dem Abriss des alten Centers hat es dort keine  Bauarbeiten mehr gegeben.

Auf die Frage, wann das Bezirksamt mit einem Baubeginn rechnet, antwortet es lapidar: „Ein Termin für den Beginn der Bauarbeiten ist der Verwaltung nicht bekannt.“ Das überrascht nicht, denn nach Auskunft des Bezirksamts konnte bisher nicht einmal eine Baugenehmigung erteilt werden.

Immer wieder war zu hören, dass Projektentwickler BPD  „Nachbesserungen“ des ursprünglich präsentierten Entwurfs verlangt hat. Ein Vorgang, der zurzeit offenbar bei einer Reihe von Großprojekten in Hamburg zu beobachten ist – wie beim Areal der ehemaligen Holsten-Brauerei in Altona. Mal werden die gestiegenen Baupreise zum Anlass für neue Verhandlungen angeführt, mal habe man schlicht „noch einmal nachgerechnet“.

Dass es zwischen Projektentwickler und Verwaltung durchaus kontrovers zugehen muss, zeigt schon die Zahl der Gesprächstermine. Nach Auskunft des Bezirksamts gab es zwischen April und September 2019 fünf Termine. Nach Informationen von harburg-aktuell sollen mindestens einmal auch die Fraktionsvorsitzenden der neuen Harburger GroKo, Britta Hermann (Grüne) und Frank Richter (SPD), dabei gewesen sein. Was dort über die wohl wichtigste Baustelle Harburgs besprochen wurde, blieb der Öffentlichkeit vorenthalten.

Auch das Bezirksamt hält sich sehr zurück, teilt nur mit: „In den geänderten Unterlagen wird auf das 2. UG verzichtet.“ Der Verzicht auf ein zweite Ebene der Tiefgarage war allerdings auch vorher schon bekannt. ag