Harburg - Beim DRK-Harburg war das vergangene Jahr geprägt durch herausragende Projekte wie der Aufbau des Harburg-Huus

für Obdachlose, aber auch große Herausforderungen insbesondere im Rettungsdienst und bei der Suche nach Fachkräften: Lothar Bergmann, Präsident des DRK-Kreisverbandes, zog bei der Kreisversammlung der DRK-Mitglieder eine gemischte, unter dem Strich aber positive Bilanz für 2017. Zum ersten Mal fand das Treffen im neuen DRK-Gebäude in der Rote-Kreuz-Straße statt.
 
Mit rund 400 ehrenamtlichen Helfern und mehr als 1.000 hauptamtlichen Mitarbeitern in mehr als 65 Einrichtungen und Projekten leistet das Harburger Rote Kreuz Unterstützungsarbeit für Familien, kranke oder hilfsbedürftige Menschen – zum Beispiel im Hospiz, in der Kinderbetreuung, bei der Unterstützung von Senioren und Menschen mit Demenz, in der ambulanten Pflege oder der Migrations- und Flüchtlingshilfe. „An vielen Stellen wird im DRK Harburg gute und sehr professionelle Arbeit geleistet. Dafür bedanke ich mich herzlich bei allen, die das ermöglichen: den Mitarbeitern, aktiven Mitgliedern und Ehrenamtlichen und natürlich auch bei den Spendern und Förderern“, so Bergmann.

Die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Aufgabengebieten und Tochtergesellschaften des Kreisverbandes ist unterschiedlich, wie Schatzmeister Reinhard Lackner in seinem Kassenbericht ausführte. „Die bedarfsbedingte Schließung von drei Flüchtlings- und Erstaufnahmeeinrichtungen bis Ende 2017 hat bei gleichbleibenden Personalkosten zu Erlösminderungen geführt“, so Lackner. Anders als von der Stadt Hamburg ursprünglich angekündigt, wurden Wohlfahrtsverbände wie das DRK kaum am Betrieb von Folgeunterkünften für Geflüchtete beteiligt, wo sie Personal und Kompetenz hätten einbringen können.

Der Jahresüberschuss von rund 1,35 Millionen Euro wurde vom Kreisverband nahezu vollständig reinvestiert, beispielsweise in den Neubau in der Rote-Kreuz-Straße, in dem nun unter anderem die Sozialstation, eine neue Therapiepraxis, das Interdisziplinäre Frühförderzentrum und das Jugendrotkreuz untergebracht sind.

Am Ende steht ein Bilanzgewinn von plusminus Null – konkret 8,50 Euro. „So soll es bei einer gemeinnützigen Organisation auch sein“, betonte Präsident Lothar Bergmann. Mit einer  Eigenkapitaldecke von fast 62 Prozent der Bilanzsumme sei der Kreisverband „ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen“. Wenig zufriedenstellend ist das Jahresergebnis allerdings für den Bereich Rettungsdienst, den das Harburger Rote Kreuz im gesamten Hamburger Stadtgebiet betreibt: Hier verzeichnet die Bilanz ein Minus, bei insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen und vielen offenen Fragen zur praktischen Ausgestaltung der Reform des Hamburger Rettungsdienstgesetzes.

Turnusgemäß stand die Neuwahl von zwei Positionen im Präsidium an: Per Abstimmung wurden Wolfgang Reichel als Justitiar und Melanie-Gitte Lansmann als Beisitzerin von der Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit erneut gewählt. zv