Harburg - Sein Herz schlägt für den Norden, nicht nur privat sondern auch dienstlich. Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter der

Vattenfall GmbH für Hamburg und Norddeutschland, ist ausgewiesener Experte für das spannende Thema Energiewende. Da ist es nicht verwunderlich das sein Vortrag beim Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden sehr gut besucht war.

Trotz spätsommerlicher Rekordtemperaturen kamen 80 Mitglieder des Wirtschaftsvereins zur ersten Monatsveranstaltung nach den Sommerferien in die Elbloge an den Veritaskai, um sich beim Vortrag "Deutschland und die Energiewende - aktueller Sachstand zur Energiepolitik" auf den allerneusten Informations-Stand zu bringen.

Für Wasmuth, Jahrgang 1966, sind die konventionelle Energieerzeugung und die erneuerbare Energie kein Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Für ihn steht fest: Die deutsche Energiewende bedarf der Kurskorrektur. "Trotz seit Jahren hoher Investitionen in erneuerbare Energien, sinken die deutschen Kohlendioxidemissionen nicht wesentlich", sagte der Experte. "Das liegt auch daran, dass in den vergangenen Jahren neben dem Sektor Stromerzeugung die Umstellung der beiden anderen Sektoren, Mobilität und Wärme, auf erneuerbare Erzeugung noch gar nicht richtig angepackt wurde."

Strategisches Ziel muss die Elektrifizierung der Volkswirtschaft sein; nicht nur Strom, sondern auch Mobilität und Wärme müssen mittels Sektorkopplung erneuerbar erzeugt werden, um so die Kohlendioxidemissionen auf null zurückführen zu können. Wasmuth: "Das geht allerdings nicht von heute auf morgen, das muss allen klar sein."

Außerdem fordert der Top-Manager: "Zudem brauchen wir einen schnellen Ausbau der Stromnetze und Speicherlösungen, um den Strom transportieren und um die schwankende erneuerbare Erzeugung ausgleichen zu können. Und schließlich müssen wir gleichzeitig auch noch die Strompreise im Auge behalten; hier liegt Deutschland schon heute mit an der Spitze in Europa, das belastet nicht nur Privathaushalte, auch für erhebliche Teile der Wirtschaft ist das eine zunehmende Belastung und ein Wettbewerbsnachteil."

Im Kern geht es, so Wasmuth, um eine neue Gestaltung des energiewirtschaftlichen Dreiecks unter erneuerbaren Vorzeichen. Erfolgreich wird das nur gelingen, wenn Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ökologie gleichermaßen berücksichtigt werden. Viel Applaus gab es am Ende seines rund einstündigen Vortrags. Anschließend beantwortet Pieter Wasmuth in Einzelgesprächen noch Fragen der Gäste.

Und die nahmen viele neue Informationen aus erster Hand mit nach Hause: "Der Vortrag hat die Komplexität der Energiepolitik sehr gut dargestellt und ich habe einen wesentlich besseren Einblick in die Probleme und den aktuellen Stand der Energiewende bekommen", sagte Nils Löwe, Geschäftsführer der Lionizers GmbH.

"Großartig", fand Arnold G. Mergell, der Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsvereins, das soeben gehörte: "Es war ein hochspannender und hochprofessioneller Vortrag. Es ist ihm gelungen, eine durchaus emotionale Thematik zu versachlichen und auf ein Niveau herunterzubringen, dass auch Laien verstehen können. Und das hat sehr großen Anklang gefunden."  (cb)

Arnold G. Mergell (links) und Christian Bartsch vom Industrieverband Hamburg begrüßen Pieter Wasmuth in der Elbloge. Foto: Chrisitian Bittcher