Das neue Designerhotel The Niu im Harburger Binnenhfen. Foto: Christian Bittcher
Das neue Designerhotel The Niu im Harburger Binnenhafen. Foto: Christian Bittcher
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Nicht mehr buchbar: Neues Hotel im Binnenhafen ab sofort Flüchtlingsunterkunft

Von Andreas Göhring

Harburg - Bittere Nachricht für den Harburger Binnenhafen: In dem neuen Designerhotel The Niu werden ab sofort für mindestens zwei Jahre ausschließlich ukrainische Flüchtlinge untergebracht. Das wurde am Rande der 150-Jahr-Feier des Kulturkiosks an der Ecke Kanalplatz/Blohmstraße bekannt. Inzwischen haben Investor Ingo Mönke und sein Projektentwickler Heinrich Wilke (Imentas) die Nachricht bestätigt.

Nach Informationen von harburg-aktuell hat die Sozialbehörde einen Vertrag mit der Hotelkette Holiday Inn zur Unterbringung der Geflüchteten geschlossen, Betreiber wird das städtische Sozialunternehmen Fördern & Wohnen sein. Für die Hotelkette dürfte sich der Vertrag lohnen, kann sie für die Übernachtungen doch doppelt so viel wie bei gewöhnlichen Hotelgästen kassieren.

Die Entscheidung der Sozialbehörde sorgt allerdings für Verwunderung. Im März hate sie dem Bezirk noch mitgeteilt, dass sie die Unterkunft auf dem Schwarzenberg Ende 2027 räumen will. Aber nicht nur das. Sie hatte auch das Ziel der „aktuellen Kapazitätssteuerung“ definiert. Demnach wolle sie „grundsätzlich die Plätze kostenintensiver und nur temporär verfügbarer Standorte reduzieren“. Das gelte „insbesonders“ (!) für Hotels, Interims- und Notstandorte. Und nun das.

In dem neuen Hotel hatte es vor Wochen schon ein soft opening gegeben. Es gab erste Hotelgäste, die offenbar auch gleich im Umfeld auf Entdeckungstour waren – im neu eröffneten Café Oktober und auch in der benachbarten Fischhalle. Das berichtet ihr Betreiber Werner Pfeifer: „Ja, wir haben das gemerkt. Es gab immer wieder mal Gäste aus dem Hotel.“

Damit ist jetzt erstmal für längere Zeit Schluss. Auf der Website von Holiday Inn sind Zimmer im The Niu nicht mehr buchbar. Einer Reisegruppe aus Frankreich wurden gar kurzfristig die Zimmerbuchungen storniert.

„Wir versuchen den Binnenhafen zu beleben, siedeln neue Unternehmen an, Sorgen für gastronomisches Angebot, das auch von den Hotelgästen angenommen wurde, und stehen jetzt vor einer Situation, die man nur als Skandal bezeichnen kann“, sagt Investor Ingo Mönke gegenüber arburg-aktuell und fügt hinzu: „Wir unterstützen seit Jahren das Containerdorf als Familie und wir habe nichts gegen Kriegsflüchtlinge, aber ein Dorf schließen und dafür ein neues Hotel anmieten . . . „

Seit wann die Verwaltung oder die Bezirkspolitiker von dieser Entwicklung gewusst haben, ist bisher nicht bekannt. Die SPD berichtete gestern zwar in den sozialen Medien stolz von einem Treffen mit Fraktionschef Dirk Kienscherf und den Harburger Bürgerschaftsabgeordneten Claudia Loss und Sören Schumacher, über die Inhalte dieses Treffens verriet sie aber nichts. Nach den Ereignissen rund um das Abrigado dürfte die Nachricht aus dem Binnenhafen für heftige Reaktionen sorgen. Bei der Unterkunft auf dem Schwarzenberg hatte die Sozialbehörde noch geschrieben, sie „sei sich bewusst, dass die fortgesetzte Inanspruchnahme der Fläche mit weiteren Einschränkungen für den Stadtteil und den Sozialraum verbunden ist“.