Harburg - Seit der Gründung des Stadtmuseums Harburg vor über 120 Jahren ist es die Aufgabe des Hauses, die Geschichte der Stadt Harburg zu erforschen und die überlieferten Objekte zu sammeln, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Museum setzt im Rahmen dieser zahlreichen Aufgaben viele seiner Vorhaben mit der Unterstützung des Museumsvereins Harburg e. V. um. In der Vortragsreihe "Schaufenster der Geschichte" wird Jens Brauer, Leiter der Abteilung Stadtgeschichte am Stadtmuseum Harburg, in seinem Vortrag am Donnerstag, 24. November, zwei dieser Projekte vorstellen.

Der Vortrag im Archaeologicum des Archäologischen Museums in der Harburger Rathausstraße 5 beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Stadtmuseum Harburg hat in den letzten Jahren ein neues stadtgeschichtliches Magazin eingerichtet und in diesem Rahmen die Chance genutzt, sämtliche Funde zu sichten und EDV-gestützt zu erfassen, also quasi eine Inventur seines Bestandes zu machen. Diese Inventarisierung der Harburger Stadtgeschichte ist nun nahezu abgeschlossen. Im Rahmen dieser Arbeiten hat sich der Fokus der Wissenschaftler auch auf zwei besondere Projekte gerichtet, die nun mit der Unterstützung des Museumsverein Harburg e. V. umgesetzt werden konnten. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei besondere Objekte der Sammlung des Museums.

So wurde für die zukünftige stadtgeschichtliche Ausstellung im ehemaligen Harburger Schloss kürzlich eine Replik des Hafenmodells angefertigt, das 1859 als Tastmodell für König Georg V. von Hannover (1819 - 1878) hergestellt worden war. Der Monarch - er war gleichzeitig auch Herzog von Cumberland - hatte in frühen Jahren sein Augenlicht verloren. Das Modell sollte ihm die Entwicklung des Harburger Binnenhafens begreifbar machen und ihm damit auch die fortschrittliche Perspektive Harburgs aufzeigen. Kürzlich wurde die Replik fertiggestellt. Jens Brauer wird in seinem Vortrag den Herstellungsprozess vorstellen und auf Besonderheiten des Modells eingehen.

Gleichermaßen außergewöhnliche Objekte der Museumssammlung sind die 20 Gedenkalben mit Fotos der im Ersten Weltkrieg gefallenen Harburger Soldaten und solcher, die hier stationiert waren. Die Initiative zur Sammlung der Fotos hatte 1914 der Harburger Museumsverein mit dem Ziel ergriffen, ein "Kriegsarchiv" anzulegen. Im Rahmen einer Durchsicht dieses Sammlungsbestandes erwies sich ein Album als besonders fragil. Bei der Restaurierung des Gedenkalbums machten Jens Brauer und die vom Harburger Museumsverein beauftragte Restauratorin eine spannende und sehr persönliche Entdeckung.   (cb)