Harburg – Sie haben es geschafft: Nach knapp vier Wochen Schulung haben vierzehn neue Stadtteil-Eltern - Dreizehn Stadtteil-Mütter und ein Stadtteil-Vater – am Donnerstagnachmittag in einem feierlichen Rahmen im Feuervogel ihre Zertifikate erhalten. Damit ist die Zahl der Stadtteileltern, die Familien in den Quartieren unterstützten, auf 30 angewachsen.

„Für den Stadtteil sind die Stadtteil-Eltern bedeutsame Schlüsselpersonen. Durch ihre Präsenz und ihrer Vielfalt durch Sprachen und kulturellen Hintergründen bringen sie für Harburg einen großen Mehrwert mit sich“, erklärt Projektleiterin Demi Akpinar und fügt hinzu: „Mit ihrem Engagement und ihrem Wissen sitzen sie in vielen Einrichtungen; wie einem Eltern- Kind- Zentrum oder einer Kita hier im Stadtteil und lernen so die Familien und ihre Bedarfe und Wünsche direkt kennen. Durch ihre Mehrsprachigkeit sind sie zusätzlich noch in der Lage Informationen in der eigenen Muttersprache weiterzugeben.“ 

Die neuen sind auf ihre Arbeit gut vorbereitet: Auf dem Stundenplan standen neun Module, die an fünf Tagen in der Woche absolviert werden mussten. In der Intensivschulung haben die Stadtteil-Eltern Themen kennen gelernt, welche mit dem alltäglichen Familienleben zu tun hat und das Ankommen hier in Deutschland für viele Familien vereinfachen sollen.

Sie erhielten Informationen zu Antragsstellungen von Kitagutscheinen, Kindergeld oder zu Anträgen vom Jobcentern. Beschäftigten sich mit dem Themen Ausländerrecht und Schwangerschaft, wozu auch die Suche nach Hebammen und Kinderärzte mit einhergehen, und lernten unter anderem weiteren Einrichtungen aus dem Stadtteil kennen.

Im Rahmen der Intensivschulung haben auch neben der Projektleitung Demi Akpinar Referenten aus weiteren Angeboten aus dem Stadtteil einen fachlichen Input gegeben. So zum Beispiel das Projekt LAura (Lernen und Arbeiten im Quartier) von IN VIA e.V., welche über die Einstiegsmöglichkeiten zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt informierten und darin unterstützen.

Ab dem 18. August, mit Beginn des neuen Schuljahres, starten dann insgesamt dreißig Stadtteil-Eltern in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit und begleiten und unterstützen Familien aus den Quartieren Harburg-Kern, Eißendorf und Heimfeld.

Insgesamt vertritt das Projekt von insel e.V. mit den ehrenamtlichen Männern und Frauen neunzehn Sprachen, unter anderem Arabisch, Französisch, Englisch, Persisch, Türkisch, Russisch, Polnisch, Usbekisch, Portugiesisch, Bulgarisch, Rumänisch, Marokkanisch und Aramäisch. (cb)