Harburg – Auch in diesem Jahr gibt es in Harburg keine „Fünfte Jahreszeit“: Normalerweise würde in wenigen Tagen, in der Woche um den 18. Juni, das traditionelle Vogelschießen der Harburger Schützengilde von 1528 stattfinden.  Doch auch in diesem Jahr wird es nur eine interne Veranstaltung geben. Auf Volksfest, Ausmarschtag und Spargelessen mit dem Hamburger Bürgermeister wird noch einmal verzichtet.

Der Grund: Als Anfang des Jahres die Vorbereitungen für das Vogelschießen hätten beginnen müssen, war die Corona-Lage in Hamburg noch zu unsicher. „Das Vogelschießen der Gilde mit einem Spargelessen für mehr als 500 Gästen organisiert man nicht von heute auf morgen“, sagt Nico Ehlers, Pressesprecher der Harburger Schützengilde und fügt hinzu: „So eine Veranstaltung braucht einen gewissen organisatorischen Vorlauf.“

Zudem wäre eine Absage wiederum eine sehr ärgerliche Angelegenheit gewesen. Nun wird erst im kommenden Jahr wieder groß gefeiert. Vorausgesetzt die Corona Lage bleibt so wie sie ist.

Die interne Veranstaltung findet rund um das Gildehaus und den Schießstand der Gilde statt. Neben einer Kranzniederlegung und dem Aufstecken des Eisernen Vogels wird es auch einen kleinen Empfang mit geladenen Gästen zur Einweihung des modernisierten Schießstands geben.

Da es kein offizielles Vogelschießen stattfindet, werden auch alle amtierenden Würdenträger wie Montagskönig, Vizekönig, Fahnenjunkerkönig im Amt bleiben. Auch Gildekönig Borhen „Bo“ Azzouz wird ein weiteres Jahr die Königskette tragen.

Es ist mittlerweile sein viertes Jahr in Folge als Regent der Harburger Schützengilde. So lange hat kein Vogelschießen mehr stattgefunden. Seit Juni 2019, als er als Nachfolger von Jörg Geffke am Kaiserbrunnen feierlich proklamiert wurde, trägt er die Königskette der Harburger Schützengilde von 1528. Diese lange ununterbrochene Amtszeit ist schon jetzt ein Fall für die Geschichtsbücher.  (cb)