Seevatal - In Dubai wachsen sie palmenartig ins Meer, um Platz für Villen und Hotels zu schaffen. Ein paar Nummern kleiner – und für tierische Bewohner – gibt es sie jetzt auch in der Seeveniederung: Künstliche Inseln schaffen im Steller See und im Junkernfeldsee sichere „Kinderzimmer“ für seltene Vogelarten. Die Stiftung Lebensraum Elbe hat die Maßnahme zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg entwickelt und jetzt umgesetzt. So finden Flussseeschwalbe, Austernfischer & Co. in den Seen neue sichere Brutplätze.

Dabei wurden je zwei Vogelinseln auf dem Steller See und auf dem Junkernfeldsee im Naturschutzgebiet „Untere Seeveniederung und Over Plack“ errichtet. Am Steller See können die beiden Inseln gut vom Vogelbeobachtungsstand aus eingesehen werden. Im Junkernfeldsee ankern sie etwas weiter vom Beobachtungsturm entfernt in Höhe der neu geschaffenen Wasservogelrastplätze.

Noch vor einigen Jahrzehnten fanden Vögel am Wasser genügend Brutplätze: Nahezu alle Flüsse wiesen ausgedehnte Kies- und Sandbänke sowie zahlreiche kleine Inseln auf. Für zahlreiche Vogelarten, die als Bodenbrüter auf sichere Nistplätze angewiesen sind, waren sie wichtige Lebensräume.

Doch mit Eindeichungen, dem Bau von Stauwehren und Ausbaggerungen verschwanden die zahllosen Sandbänke und Inseln – und mit ihnen auch ihre gefiederten Bewohner. Die Installation von schwimmenden Kunstinseln bietet den heute seltenen Vogelarten der Sandbänke und Inseln wie der Flussseeschwalbe, dem Austernfischer und dem Sand- oder Flussregenpfeifer nun neue Brutmöglichkeiten. (cb)