Harburg - Er war der „Hitlerjunge Salomon“. Zeitzeuge Sally Perel hält in diesen Tageb digitale Zeitzeugen-Lesungen am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (AvH) und zieht die Schüler mit einem Einblick in seine außergewöhnliche Biografie in seinen Bann. Sally Perel führte als jüdischer Junge im Zweiten Weltkrieg ein Doppelleben, gab sich als „Volksdeutscher“ aus und wurde so Mitglied der Hitlerjugend. Seit 1948 lebt er in Israel.

Am AvH war der mittlerweile 96-Jährige schon häufig zu Gast: 2005 wurden für das Theaterprojekt „Hitlerjunge Salomon” 67 Schüler mit dem Bertinipreis ausgezeichnet. Möglich wurde das Projekt durch die Zustimmung Sally Perels, diesen Teil seines Lebens auf die Bühne zu bringen.

„Seine Lesungen im September 2003 und sein Premierenbesuch im Mai 2004 haben uns tief berührt. Seitdem durften wir uns mehrfach über seinen Besuch freuen. Bei der Erscheinung des Zeitzeugenbuches 2006 „Weitergelebt” – 7 jüdische Schicksale im II. Weltkrieg” hat Sally Perel unsere herausgebende Schülerfirma entscheidend unterstützt und selbst einen Bericht beigesteuert“, sagt Nicole Seiler vom AvH.

Da Reisen im Moment nicht möglich ist, besucht er die Schule jetzt an zwei Terminen digital. Nach den Lesungen beantwortet Sally Perel Fragen aus dem Publikum. Alle 10. Klassen, die den Nationalsozialismus derzeit im Unterricht behandeln, und die 11. Klassen werden die Lesung besuchen. Sicher ist: Der Zeitzeuge Sally Perel hat mit seinen digitalen Lesungen die AvH-Schüler zu neuen Zeitzeugen gemacht. (cb)