Blindgänger

Harburg - Die CDU macht sich Sorgen um Verzögerungen bei Bauvorhaben und Verkehrsbehinderungen durch die Entschärfung von Bombenblindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg im Bezirk Harburg. Sie hätte gern Auskunft von der Fachbehörde und der Harburger Verwaltung, wie Abhilfe geschaffen werden kann.

Hintergrund der Anfrage dürften die Entschärfungen von mehreren Blindgängern im Sommer am Großmoordamm sein. Sie waren dort innerhalb kurzer Zeit entdeckt und entschärft worden. Dafür gab es mehrfach großflächige Sperrungen, die auch zu erheblichen Verkehrsproblemen führten.

Tatsächlich ist das Problem CDU-gemacht. 2005 hatte der CDU-Senat in Hamburg die Kampfmittelsuche privatisiert, um 1,2 Millionen Euro einzusparen. Seitdem sind nicht nur die Kosten für die Kampfmittelsuche explodiert. Präventive Sucharbeiten, wie sie vorher stattfanden, gibt es praktisch nicht mehr.

Dabei verfügt Hamburg über einen großen Fundus von Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg, mit deren Hilfe Bombenblindgänger lokalisiert werden können.

Heute werden Flächen nur noch im Zuge von konkreten Bau- oder Renaturierungsvorhaben von Privatfirmen abgesucht. Werden Blindgänger entdeckt, werden sie in der Regel unverzüglich vom Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr entschärft. Die dafür nötigen Sicherheitsbereiche legen die Sprengmeister fest.

Den Hamburger Süden trifft das besonders. Im Bezirk Harburg werden noch mehrere hundert bis deutlich über 1000 Bombenblindgänger vermutet. zv