WilhelmsburgHans K. Leipelt ist am 18. Juli 2021 vor 100 Jahren geboren worden. Der Wilhelmsburger Student, der zum Widerstand der „Weißen Rose“ gehörte, wurde vor 76 Jahren im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Die Familie Leipelt wohnte in der NS-Zeit in der damaligen Kirchenallee (heute: Mannesallee), in unmittelbarer Nähe der Reiherstiegkirche. Hans Leipelt und seine Schwester Maria besuchten die Wilhelmsburger Oberschule (heute: Stadtteilschule Wilhelmsburg) in der Rotenhäuser Straße.

Zu den Träumen, die, trotz großer Begeisterung und Unterstützung, in der Corona-Krise Illusion blieben, gehört auch der des US-Bürgers Christopher Bade. Mehr als zwei Jahre lang hatte er Pläne geschmiedet, um mit seiner Familie im Juli 2021 anlässlich des 100. Geburtstags seines Onkels Hans Leipelt die Orte in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik aufzusuchen, an denen seine Vorfahren Freud und Leid erfahren hatten.

Jetzt müssen Christopher Bade und seine Familie sich erst einmal von dem Traum einer Europareise auf den Spuren der Familie verabschieden. Aber an der Bedeutung dieses 100. Geburtstages wird sich für Hans Leipelts Nachfahren nichts ändern. Intensiv werden sie im Internet die vielen Veranstaltungen und Projekte verfolgen, die in den nächsten Wochen an Hans Leipelt und sein Wirken im Kampf gegen das NS-Regime erinnern. Dazu zählen auch einige Hamburger Programmbeiträge:

Auf dem Büchermarkt erscheinen demnächst zwei Publikationen, die sich mit Hans Leipelt befassen: Angela Bottin, Enge Zeit: Spuren Vertriebener und Verfolgter der Hamburger Universität 1933 - 1945, Reprint des Ausstellungskatalogs von 1991, Reimer Verlag, Berlin 2021.

Peter Fischer-Appelt, Weiße Rose Hamburg. Reden zum Widerstand im Nationalsozialismus, Wallstein Verlag, Göttingen 2021.                                  

Am Sonntag, 18. Juli, wird um 15 Uhr die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten am Weiße-Rose-Mahnmal, Im Alten Dorfe in Hamburg-Volksdorf Hans Leipelt und seinen Widerstand gegen das NS-Regime würdigen.

Darüber hinaus haben alle Interessierten weiterhin Gelegenheit, sich auf eigene Faust mit ihrem Smartphone auf den mit QR-Codes und GPS-Daten versehenen digitalen Rundgang auf den Spuren der Familie Leipelt durch Wilhelmsburg zu begeben. Der Rundgang wurde im vergangenen Jahr von einer 9. Klasse der Stadtteilschule Wilhelmsburg erarbeitet und beginnt am Haupteingang ihrer Schule in der Rotenhäuser Straße 47.

Einen Online-Vortrag zu Hans Leipelt und zur Weiße Rose Hamburg wird es ebenso von Prof. Peter Fischer-Appelt geben, übertragen wird dieser im Rahmen der Zoom-Konferenz “Widerstand im Nationalsozialismus” der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste bei in Salzburg am 18. Juli um 11 Uhr. Weitere Informationen dazu mit einem Klick hier.  (cb)