Eißendorf – Schule in der Zeit nach dem Lockdown: Trotz aller Freude über die Rückkehr in den Schulalltag keine leichte Aufgabe für alle Beteiligten. Vor allem damit die Kinder, die Probleme im Homeschooling hatten, jetzt den Anschluss nicht verlieren.

Auch für die 640 Kinder der Grundschule In der Alten Forst ist seit dieser Woche der Wechselunterricht aufgehoben. Und in der Zeit nach Corona sind schnelle Ideen gefragt. „Kinder haben diese Zeit sehr unterschiedlich durchlebt. Da müssen wir ansetzen und Kindern gezielte Angebote zur Förderung machen. Wir wollten nicht erst lange warten, sondern schnell aktiv werden“, sagt Schulleiter Andreas Wiedemann.

Wie muss man den Kindern begegnen, welche Fragen und Probleme müssen bearbeitet werden? Wiedemann: „Die Gedanken bezogen sich dabei nicht nur auf den Lernstoff, der nicht oder nur teilweise behandelt werden konnte. Auch das soziale Miteinander, die Erlebnisse der Kinder in der Zeit des Homeschooling oder aber die Sehnsucht nach neuen Herausforderungen wurden bedacht.“

Herausgekommen ist das Programm „Coach +“, dass genau diese Fragen in den Blick nimmt. Täglich ist in jeder der 28 Klassen der Schule In der Alten Forst für eine Stunde ein zusätzlicher Coach dabei, der mal Mathematik und Deutsch nacharbeitet, mal Gespräche führt oder auch herausfordernde Aufgaben für besonders leistungsstarke Kinder bereithält. So können in Absprache mit der Klassenleitung viele Kinder in der auf vier Wochen angelegten Aktion gefördert werden.

Bereits im Februar liefen die ersten Beratungen an der Schule, um auf diese Phase vorbereitet zu sein. Auch die Finanzierung der insgesamt 16 Coaches – Abiturienten und Studenten – wurde gesichert: Die Kosten von 7000 Euro übernehmen ein Elternteil mit einer Einzelspende, Radio Hamburg und OTS Heigwer. Die schnelle und unkomplizierte Hilfe wird vom Schulverein der Schule koordiniert.

Einer der 16 Coaches, die mit den Kindern Unterrichtsstoff nacharbeitet, ist die 17-jährige Luisa Bartsch.Mir macht das richtig viel Spaß“, sagt die Abiturienten des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Kein Wunder, denn ihr Berufswunsch steht schon fest: Sie möchte später Lehrerin werden. Sie ist der Coach der Klasse 2d von Svenja Gierlinger: „Wir sind sehr dankbar über den Einsatz der Coaches. So erhalten die Schüler genau in den Fächern schnelle und individuelle Hilfe, wo sie diese dringend brauchen.“  (cb)

Svenja Gierlinger und Luisa Bartsch sind bereits ein eingespieltes Team. Foto: Christian Bittcher